Der Ursprung allen Übels

Martin Dudle-Ammann 11.12.2023

Zum Bericht nach der Kirchgemeindeversammlung und dem Interview mit Pfarrer Schonhardt

Um was geht es eigentlich beim Streit im Kirchenrat in Hergiswil? Das weiss niemand so genau, wenn man den Leuten in Hergiswil zuhört. Kein Wunder, gründet der Streit doch auf Umständen, die schon etwas länger zurückliegen. Meiner Meinung nach gestaltete sich die Geschichte wie folgt:

In Hergiswil gibt es eine Gruppierung um eine ehemalige Kirchenangestellte der Pfarrei namens Kerstin Wesner. Diese Gruppe, zu der unter anderen auch Alt-Gemeindeschreiber Werner Marti, Eduard Müller, Brigitte Arnold (ebenfalls Ex-Kirchenangestellte), Paul Mathis (ehemaliger Kirchenrat) und auch der heutige Kirchenratspräsident Daniel Sarbach gehören, will eine „andere Kirche“. Die offiziellen Lehren der katholischen Kirche entsprechen nicht ihren Wünschen und ihrem Denken. Da aber ein Pfarrer im Allgemeinen die geltenden Lehren vertritt und auch vertreten muss, soll es keinen Pfarrer in Hergiswil geben. Jeden Pfarrer der letzten Jahre haben sie mit vereinten Kräften soweit gebracht, dass er ging oder gegangen wurde, um des Friedens willen.

Damit kommen wir zu der Pfarrwahl von Stephan Schonhardt. Auch dieser Pfarrer war ihnen von Anfang an ein Dorn im Auge. Mit seinen progressiven Formaten (Volkschile, usw.) waren sie nicht einverstanden – denn diese hatten ja Erfolg! Man stelle sich vor, ein Pfarrer mit Ideen! Die Angriffsfläche musste daher woanders gesucht werden: Nämlich in der vermeintlich erzkonservativen Grundhaltung des Pfarrers sowie bei kleineren Fehler in der Kommunikation. Diese wurden immer wieder aufgebauscht, verdreht und erneut hervorgeholt, obwohl schon längst kalter Kaffee. Die Gruppe Wesner forderte daher eine Pfarrwahl an der Urne statt in der Kirchgemeindeversammlung eine offene Wahl. Welch böse Überraschung aber, als aus der von der Gruppe Wesner geforderten Pfarrwahl eine stille Wahl wurde, weil sie schlichtweg die einfachsten demokratischen Prozesse nicht kannten. Es war doch erstaunlich, dass sogar der Alt-Gemeindeschreiber Marti wider besseres Wissen von einem „Buebentrickli“ des Kirchenrates sprach und so von seinem Unvermögen ablenken wollte. Ein von der Gruppe beigezogener Hergiswiler Anwalt hatte mit seiner Fehleinschätzung den Absichten der Komplottgruppe einen Bärendienst erwiesen.

Ein runder Tisch nach der Wahl sollte einen Neustart ermöglichen, für alle. Dies gelang nicht, weil sich die Gruppe Wesner, trotz anderen Beteuerungen am runden Tisch, in der Sache verbissen hatte. „Der Pfarrer muss weg“, dies eine Forderung z.B. von Werner Marti, öffentlich in der Zeitung sowie auch sonst druckfest festgehalten, nach dem runden Tisch.

Was folgte? Da sie den Pfarrer nicht loswerden konnten, ging man den Umweg über den Kirchenrat als anstellende Behörde. Die Gruppe Wesner stellte bei der nächsten Wahl des Kirchenrates einen eigenen Kandidaten, auch gleich als Präsidenten, auf. Dieser sollte es richten, d.h. den Pfarrer loswerden. Die Wahl gelang zwar, nicht gerechnet hatte die Gruppe jedoch mit dem Widerstand der übrigen Kirchenratsmitglieder, welche den geschätzten und beliebten Pfarrer in seinem Wirken weiterhin unterstützten. Kein Wunder also, dass der neu gewählte Kirchenratspräsident Daniel Sarbach nichts erreichte und darum zu unlauteren Mitteln griff: Mobbing gegen den Pfarrer, Verletzung des Kollegialitätsprinzipes usw. Als der Kirchenrat in diesem Sommer reagierte und die Machenschaften des Kirchenratspräsidenten öffentlich machte, blieb diesem nur die Flucht nach vorne. Er stellte sich in der Herbst-Gemeindeversammlung als Opfer dar. Vom Täter zum Opfer, wenn das nicht einen Mitleids-Bonus bringt.

Soweit aus meiner Sicht die Umstände, wie sie sich heute präsentieren. Bisher haben eigentlich nur alle verloren: Die Gruppe Wesner, welche ihre eigene Kirche nicht bekommen hat und den Pfarrer nicht losgeworden ist. Der Kirchenratspräsident Daniel Sarbach, welcher isoliert im Kirchenrat dasteht. Und auch der Kirchenrat als ganzes Gremium, welches – von aussen gesehen – handlungsunfähig zu sein scheint. Den Knoten lösen könnten wohl nur noch ganz neue Leute in diesem Gremium, welche sich weder von den einen noch den anderen instrumentalisieren lassen würden. Und wenn die Gruppe Wesner von ihren Machenschaften und Intrigenversuchen ablassen würde. Es ist bald Weihnachten: Zeit der Wünsche!