21. bis 28. September 2026
Acht Tage Mosel, 140 Kilometer, 23 Motorstunden und sieben Schleusen. Was im Logbuch recht nüchtern klingt, war eine wunderbar entspannte Woche mit der MS SILAS, gutem Wetter, eindrucksvollen Landschaften und reichlich Gelegenheit, das Leben an Bord zu geniessen.
Von Winningen nach Löf
Am 21. September starteten wir in der Marina Winningen. Die SILAS war bereit, die Vorräte verstaut und vor uns lag die Mosel. Unsere erste Etappe führte nach Löf. Mit 13,59 Kilometern war das ein angenehmer Einstieg.
Schon bald zeigte sich, was uns in den nächsten Tagen begleiten sollte: steile Hänge, erste herbstliche Farben und die Mosel, die sich ruhig durch das Tal schlängelt. Auch die erste Schleuse liess nicht lange auf sich warten.
Nach drei Motorstunden erreichten wir Löf und machten für die erste Nacht fest.
Cochem in Sicht
Am nächsten Tag ging es weiter nach Cochem. 25,68 Kilometer lagen vor uns. Die Landschaft wurde immer eindrucksvoller und das Wetter spielte hervorragend mit.
Cochem empfing uns bei strahlendem Sonnenschein. Hoch über der Stadt lag die Reichsburg. Vom Wasser aus war der Blick besonders schön. Unten die bunten Häuser der Stadt, darüber die Burg und rundherum die bewaldeten Hänge.
Die SILAS fand ihren Platz im kleinen Hafen und wir hatten Zeit, Cochem auch von Land aus anzuschauen. Auf der Mosel herrschte reger Betrieb. Die grossen Flusskreuzfahrtschiffe wirkten neben unserer SILAS durchaus beeindruckend. Unser eigenes schwimmendes Zuhause war uns trotzdem lieber.
Durch die Schleusen nach Bullay
Der 23. September wurde unser längster Fahrtag. Von Cochem ging es 30,01 Kilometer nach Bullay. Fünf Motorstunden und zwei Schleusen standen im Logbuch.
Die Mosel zeigte sich weiterhin von ihrer schönsten Seite. Weinberge zogen an uns vorbei, dazwischen kleine Ortschaften und immer wieder Ausblicke, bei denen man automatisch etwas langsamer schauen möchte.
Am Abend in Bullay lagen bereits 69,28 Kilometer hinter uns.
Traben-Trarbach und Bernkastel-Kues
Am 24. September führte die Reise weiter nach Traben-Trarbach. Knapp 25 Kilometer und eine Schleuse später lag die SILAS wieder ruhig am Anleger. Die spätsommerliche Sonne und das erste Herbstlaub sorgten für eine fast schon kitschig schöne Kulisse.
Tags darauf nahmen wir Kurs auf Bernkastel-Kues. Wieder begleiteten uns die Weinberge direkt am Fluss. Man sieht vom Schiff aus sehr deutlich, wie steil manche Reben stehen. Da bekommt ein Glas Moselwein gleich einen anderen Stellenwert.
Am Abend verlagerte sich das Geschehen in den Salon der SILAS. Gemeinsam wurde gekocht, wobei offenbar nicht nur nautische, sondern auch kulinarische Fähigkeiten vorhanden waren. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Fleisch, Gemüse, Risotto und ein paar Gläser Rotwein sorgten für einen sehr gemütlichen Bordabend.
Neumagen-Dhron und ein Glas Moselwein
Am 26. September verliessen wir Bernkastel-Kues in Richtung Neumagen-Dhron. Nach 22,26 Kilometern und einer weiteren Schleuse war die siebte und letzte Schleuse unserer Reise geschafft.
Natürlich gehört zu einer Moselfahrt auch der Wein. Die Gelegenheit dazu liessen wir uns nicht entgehen. Bei Sonnenschein, einem gut gekühlten Weisswein vom Weingut Geierslay und passender Ringelbekleidung war die maritime Ordnung auch an Land wieder hergestellt.
Abstecher nach Leiwen
Am 27. September ging es weiter nach Leiwen. Zwei Motorstunden standen an diesem Tag auf der Uhr. Schleusen gab es keine mehr.
Nach einer Woche hatte sich das Leben an Bord längst eingespielt. Ablegen, ein paar Stunden fahren, einen schönen Liegeplatz finden und am Abend zusammensitzen. Dazwischen blieb genügend Zeit, die Landschaft zu betrachten und den Verkehr auf der Mosel zu beobachten.
Noch einmal zurück
Am 28. September stand nur noch die kurze Rückfahrt nach Neumagen-Dhron an. 5,74 Kilometer und eine Motorstunde später war die letzte Etappe beendet.
Der Motorstundenzähler der SILAS zeigte nun 3481 Stunden. Insgesamt waren wir 23 Motorstunden unterwegs, hatten sieben Schleusen passiert und 140,66 Kilometer zurückgelegt.
Die Zahlen erzählen allerdings nur einen kleinen Teil dieser Reise. In Erinnerung bleiben die sonnigen Stunden, die Weinberge direkt am Wasser, Cochem im Morgenlicht, die ruhigen Liegeplätze und natürlich die gemeinsamen Abende an Bord.
Acht Tage waren schnell vorbei.
Die SILAS hat uns zuverlässig durch das Moseltal gebracht, wir haben gut gegessen, guten Wein getrunken, viel gelacht und eine der schönsten Flusslandschaften Deutschlands vom Wasser aus erlebt.
Eine rundum gelungene Moselreise. Und ziemlich sicher nicht die letzte mit der SILAS.

