Schleusenfahrt von Friesenheim bis Kunheim
Jürgen Hagelweide und Hafenmeister Peter Burdak haben erneut die Schleusenanlagen entlang des Rheinseitenkanals besichtigt. Die Strecke führte von der neuen Schleuse bei der Kanalverzweigung nach Rhinau bei PK 102,3 bis hinunter nach Kunheim.
Für die Fahrt war diesmal eine deutlich bessere Wegbeschreibung vorbereitet worden, wodurch die oftmals schwierigen Zufahrtswege wesentlich problemloser befahren werden konnten.
Die Reihenfolge der Aufnahmen verläuft von Friesenheim nach Kunheim, nach abfallenden Schleusennummern sortiert.
Überraschend grosse Fortschritte bei PK 102
Besonders beeindruckend war der Baufortschritt an der neuen Schleuse bei PK 102 an der Abzweigung nach Rhinau. Dort hat sich seit dem letzten Besuch enorm viel getan.
Die neue Schleusenkammer ist inzwischen vollständig gespundet, ausgehoben und seitlich bereits betoniert – ein Fortschritt, der in diesem Umfang nicht erwartet worden war. Die Dimensionen der Baustelle vermitteln inzwischen sehr deutlich, dass hier nicht nur geplant, sondern mit Nachdruck gebaut wird.
Rätsel um Schleuse 74
Ganz anders präsentierte sich die Situation an Schleuse 74. Dort waren keinerlei Bauarbeiten zu erkennen. Weder waren grössere Maschinen im Einsatz noch waren sichtbare Veränderungen festzustellen.
Es bleibt offen, ob möglicherweise eine andere Ausbauvariante vorgesehen ist oder ob die neue Schleuse künftig höher ausgeführt werden soll. Hinweise darauf waren vor Ort allerdings ebenfalls nicht erkennbar.
Fast überall montierte Tore
Mit Ausnahme der Schleuse 68 waren an nahezu allen Schleusen bereits die Tore inklusive der Aufsätze montiert. Auch die Schützsteuerungen mitsamt ihren Antrieben scheinen weitgehend installiert zu sein.
Zwar standen an mehreren Schleusen weiterhin schwere Baumaschinen und Baugerät bereit, doch am Freitagvormittag waren keine Arbeiter auf den Baustellen anzutreffen. Dennoch vermittelt der aktuelle Zustand vieler Anlagen inzwischen einen erstaunlich weit fortgeschrittenen Eindruck.
Stillstand an der Kanalbrücke Marckolsheim – Ohnenheim
An der fehlenden Kanalbrücke zwischen Marckolsheim und Ohnenheim an der D608 hingegen hat sich weiterhin nichts verändert. Der Bereich ist nach wie vor stark zugewachsen und zeigt bislang keinerlei Anzeichen neuer Bautätigkeit.
Gerade dort wird besonders sichtbar, dass einzelne Abschnitte des Gesamtprojekts offenbar unterschiedlich weit entwickelt sind.
Hoffnung auf die Fertigstellung wächst
Trotz einzelner offener Baustellen hinterliess die gesamte Besichtigungsfahrt einen sehr starken Eindruck. Vieles wirkt inzwischen deutlich konkreter und weiter fortgeschritten, als es noch vor einiger Zeit zu erwarten war.
Vor allem wächst erneut die Hoffnung, dass der Kanal eines Tages tatsächlich vollständig fertiggestellt und wieder durchgehend nutzbar sein könnte.
Erinnerungen an die Bauarbeiten von 2006
Interessant ist dabei auch der Blick zurück: Bereits um das Jahr 2006 fanden entlang des Kanals grössere Bauarbeiten im Zusammenhang mit einer geplanten Wiedereröffnung statt.
Damals wurde der Kanalabschnitt von Kunheim bis zum Abzweig nach Rhinau mit dem „Elch“ abgefahren. Aus dieser Zeit existieren noch einige Archivbilder, die heute einen spannenden Vergleich zum aktuellen Baufortschritt ermöglichen.

