Tag 12 / 30.07.2025 Lutzelbourg – Saverne

30.07.2025 | Sommerreise 2025, Reiseberichte 2025

Motorstunden 3.9 / Fahrkilometer: 11.27 / Schleusen: 9

Logbucheintrag: Fluchtversuch gescheitert

Heute haben sich unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Vor einer Woche sind wir regelrecht geflüchtet – vor einer Reisegruppe mit drei Schiffen, die konsequent dort anlegte, wo auch wir hinwollten. Oder wir dort, wo sie schon waren. Wer da wem folgte, lässt sich schwer sagen, aber das Ergebnis war stets dasselbe: volle Liegeplätze, genervte Blicke, und das Gefühl, Teil eines Zwangskonvois zu sein.

 

Nach sieben Tagen ohne Sichtkontakt dachten wir, sie wären verschwunden. Verschwunden im Sinne von: woanders, weit weg, andere Pläne. Falsch gedacht. Heute tauchten sie aus dem Nichts wieder auf – natürlich just in dem Moment, als wir gemütlich Richtung Schleuse wollten. Sie legten ab, fuhren los, wir durften warten. Und ahnten bereits, was kommen würde: Sie wollen auch nach Saverne. Und sie werden sicher nicht im Hafen anlegen, sondern danach. Dort gibt es Platz für genau drei Schiffe. Drei. Ich brauche wohl nicht zu sagen, wie viele sie sind.

 

Nach gefühlt endlosen Schleusungen – drei, um genau zu sein – erreichen wir Saverne. Und was sehen wir? Unsere belgisch-französischen Schatten haben es sich genau dort gemütlich gemacht, wo wir hinwollten. Die Stimmung an Bord? Sagen wir so: Es wurden keine Loblieder gesungen. Also weiterfahren. Wir finden ein schönes Plätzchen, praktischerweise etwas ausserhalb, das ich hier nicht weiter beschreiben werde. Nur für den Fall, dass unsere neuen „Freunde“ mitlesen und morgen neben uns festmachen.

 

Jetzt überlegen wir, wie wir die letzten Kilometer bis Strasbourg so aufteilen, dass wir ihnen aus dem Weg gehen. Aber ehrlich gesagt: Egal, was wir planen – sie tauchen auf. Immer. Es ist fast schon beeindruckend. Oder beunruhigend. Wahrscheinlich beides.

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