Nach einem Seetag legen wir am Morgen im grossen Hafen von Nassau an. Hier weht noch ein Hauch britischer Geschichte: Nach seiner Abdankung landet Edward VIII als Herzog von Windsor auf den Bahamas und macht die Insel zeitweise zum Treffpunkt für Adel und Reiche.
Viel davon ist heute nicht mehr zu sehen. Ein paar stattliche Häuser stehen noch auf den Hügeln, doch unten dominiert der Tourismus. Kreuzfahrtschiffe bringen täglich tausende neue Besucher, grosse Hotelanlagen säumen die Küste und Souvenirläden reihen sich aneinander. Auf Paradise Island erhebt sich das Atlantis Paradise Island mit über 3’800 Zimmern. Die Suite auf der Brücke kostet 20’000 Franken pro Nacht. Mindestens fünf Nächte sind Pflicht. Wer will, kann also für eine Woche leben wie einst Michael Jackson.
Wir versuchen, dem Trubel etwas auszuweichen, und ziehen mit unserem virtuellen Guide ChatGPT los. Der führt uns zur Queen’s Staircase, den 66 Stufen zu Ehren von Queen Victoria, und weiter durch das ehemalige koloniale Viertel.
Am Ende landen wir nahe Junkanoo Beach. Über einen Steg gelangen wir in eine schattige Bar mit Blick aufs Wasser und das bunte Treiben am Strand.
Zum Abschluss ziehen grosse sea turtle ruhig ihre Bahnen direkt vor uns. Wir stehen eine Weile am Rand und schauen ihnen zu – und Nassau wirkt für einen Moment ganz still.


