Weil wir mit einer deutschen Reederei unterwegs sind, heisst es hier selbstverständlich „Urlaub“ und nicht „Ferien“. Bei Windstärke 9 und Seegang 6 wirkt allerdings beides ungefähr so passend wie Sandalen im Schneesturm.
Aus Erfahrung klug geworden, führt mich mein erster Weg am Morgen direkt ins Bordhospital, wo ich mir eine Spritze gegen Seekrankheit verpassen lasse. Eine Entscheidung von geradezu prophetischer Weitsicht. Die zahlreichen bleichen Gesichter und kunstvoll an der Reling drapierten Kotztüten liefern im Laufe des Tages den anschaulichen Beweis dafür.
Am zweiten Tag zeigt sich die See dann versöhnlicher. Mit dem nachlassenden Schaukeln kehrt auch an Bord langsam wieder so etwas wie Würde ein. Und siehe da: Ohne Sturm kann es tatsächlich ziemlich schön sein, einfach an Deck zu sitzen und den Blick über den Horizont schweifen zu lassen.
Als Bonusprogramm geben sich sogar Delphine und Wale die Ehre, die unser Schiff begleiten. Offenbar ebenso erleichtert über das freundliche Wetter wie wir.


