Umbau des Ruderschutzes auf der Le Coeur de l’Écluse

22.06.2026 | Technik

Umbau des Ruderschutzes auf der Le Coeur de l’Écluse

Unter Ruder und Propeller befindet sich bei der Le Coeur de l’Écluse eine Konstruktion, die ursprünglich dafür ausgelegt wurde, das Trockenfallen des Schiffes zu ermöglichen. Für Fahrten im Wattenmeer ist eine solche Einrichtung durchaus sinnvoll und bewährt. Auf den französischen Kanälen zeigt sich jedoch ein anderer Effekt: Die zahlreichen Wasserpflanzen bleiben regelmässig an den Streben hängen und bilden mit der Zeit ein beachtliches Bündel aus Kraut und Schilf.

Die Folgen waren deutlich spürbar. Das Schiff wurde zunehmend schwerer manövrierbar, und regelmässige Reinigungsaktionen gehörten fast schon zum Alltag.

Die Lösung der Kuhnle Werft

Gemeinsam mit der Kuhnle Werft wurde nach einer besseren Lösung gesucht. Der erste Schritt war eine sorgfältige Machbarkeitsprüfung mit entsprechender Planzeichnung. Nach eingehender Analyse stand fest: Der Umbau ist technisch möglich und verspricht deutliche Vorteile.

Anschliessend wurde die gesamte bisherige Konstruktion unter dem Heck entfernt. Das Ruder erhielt stattdessen eine neue, stabile Abstützung durch angeschweisste T-Träger. Die Ausführung der Arbeiten überzeugte durch ihre saubere Planung, präzise Umsetzung und  handwerkliche Qualität.

Erste Praxiserfahrungen

Bereits die erste Fahrt durch einen stark verkrauteten Kanal zeigte, dass sich der Umbau gelohnt hat. Wo sich früher Pflanzen an den Streben sammelten, gleitet das Schiff nun praktisch ungehindert durch das Wasser. Das lästige Festsetzen von Wasserpflanzen gehört weitgehend der Vergangenheit an.

Das Ergebnis ist beeindruckend: Die Le Coeur de l’Écluse bleibt auch in stark bewachsenen Kanälen problemlos manövrierfähig. Wir sind kein einziges Mal stecken geblieben.

Angenehmer Nebeneffekt: Mehr Geschwindigkeit, weniger Verbrauch

Besonders erfreulich ist ein weiterer Effekt des Umbaus. Offenbar erzeugte die alte Konstruktion einen erheblichen Strömungswiderstand. Während wir bisher bei rund 1’600 Umdrehungen pro Minute eine Geschwindigkeit von etwa 8 bis 9 km/h erreichten, genügt heute bereits eine Drehzahl von rund 1’400 Umdrehungen für dieselbe Fahrtgeschwindigkeit.

Das bedeutet nicht nur entspannteres Fahren, sondern auch einen spürbar geringeren Dieselverbrauch. Auf langen Kanaletappen macht sich dies sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch bemerkbar.

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