Der 22.03. ist wieder ein klassischer Seetag. Eine Art schwimmender Alltag mit Sonntagsmesse, etwas Sport, ein wenig Büroarbeit, Apéro und Nachtessen. Der grosse Unterschied zum Alltag an Land: Die Aussicht ist deutlich besser, und zwischendurch zeigen sich sogar Delphine und Wale, als würden sie kurz kontrollieren, ob wir noch auf Kurs sind.
Am Montagmorgen laufen wir in Puerto General San Martin ein. Ein Hafen, in dem es tatsächlich nichts gibt; und das ist nicht übertrieben. Keine Infrastruktur, keine Sehenswürdigkeiten, nicht einmal ein Ort, zu dem man mal schnell spazieren könnte. Der Hafen liegt mitten in der Wüste, zu Fuss kommt man nicht weg, und Taxis halten es offenbar auch nicht für nötig, hier vorbeizuschauen. Ein Ort, an dem man nichts unternehmen kann.
Also steht das Nationalreservat Paracas für etwa drei Stunden auf dem Programm. Auf rund 335’000 Hektar schützt das Reservat auf der Paracas-Halbinsel und rund um die Ballestas-Inseln zahlreiche Tierarten wie Mähnenrobben, Humboldt-Pinguine, Pelikane und Blaufusstölpel – zumindest auf dem Papier, denn wie so oft wird viel versprochen, und die Tierwelt hält sich heute vornehm zurück.
Da es in dieser Gegend praktisch nie regnet, wirkt die Landschaft wie eine Mischung aus Wüste und Mondoberfläche. Vegetation ist Mangelware, Sand und Felsen dagegen reichlich vorhanden. Im Besucherzentrum erhält man einen Überblick über die geschützte Tierwelt, die man draussen mit etwas Fantasie vielleicht erahnen kann.
Sehenswert sind dennoch der Strand mit seinem ungewöhnlich roten Sand sowie die bizarren Felsformationen, die durch Wind und Erosion entstanden sind. Danach geht es zurück zum Schiff. Mit schöner Landschaft im Gepäck, auch wenn sich die tierischen Bewohner weiterhin erfolgreich rar machen.


