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Das Musée 39–45 in Ambleteuse ist ein privates militärhistorisches Museum, das sich vollständig dem Zweiten Weltkrieg widmet. Es entstand aus der Sammlung von Denis Barbe und Christophe Deschodt, die über vier Jahrzehnte Uniformen, Ausrüstungsgegenstände, Dokumente und persönliche Erinnerungsstücke zusammentrugen.
Auf rund 800 Quadratmetern vermittelt die Ausstellung einen chronologischen Überblick vom deutschen Angriff auf Polen 1939 bis zur Kapitulation Japans 1945. Behandelt werden unter anderem der Frankreichfeldzug, die Luftschlacht um England, der Krieg in Nordafrika, der Russlandfeldzug, die Kämpfe in Italien, die alliierte Landung in der Normandie, die Ardennenoffensive und der Krieg im Pazifik.
Besonders auffällig sind mehr als 120 lebensgrosse Figuren, die vollständig mit zeitgenössischen Uniformen und Ausrüstungsstücken versehen sind. In zahlreichen Dioramen werden Gefechtsstände, Unterkünfte und typische Situationen aus dem Alltag der Soldaten dargestellt. Dabei zeigt das Museum nicht nur deutsche und alliierte Truppen, sondern auch weniger bekannte Einheiten und Kriegsschauplätze. Tausende Originalobjekte – darunter Waffen, Helme, Orden, Funkgeräte, persönliche Gegenstände und historische Dokumente – ergänzen die Inszenierungen.
Im Aussenbereich befinden sich ausserdem grössere militärische Exponate, darunter ein amerikanischer M4-Sherman-Panzer sowie verschiedene Geschütze. Ein kleines Kino im Stil der 1940er-Jahre zeigt historisches Filmmaterial über die Landung in der Normandie und die Befreiung von Paris.
Obwohl das Museum an der ehemaligen deutschen Kanalküste und in unmittelbarer Nähe zahlreicher Anlagen des Atlantikwalls liegt, handelt es sich nicht ausschliesslich um ein Regionalmuseum. Vielmehr präsentiert es den Zweiten Weltkrieg als internationalen Konflikt und stellt die Ausrüstung und Erfahrungen unterschiedlicher Armeen gegenüber.
Der besondere Wert des Museums liegt in der umfangreichen Sammlung originaler Uniformen und persönlicher Gegenstände. Die dichte, teilweise sehr traditionelle Inszenierung vermittelt einen unmittelbaren Eindruck von Ausrüstung und Soldatenalltag. Für das Verständnis bleiben jedoch auch die grösseren Zusammenhänge wichtig: Besatzung, nationalsozialistische Verfolgung, Kriegsverbrechen und die enormen Verluste der Zivilbevölkerung. Das Musée 39–45 eignet sich deshalb besonders als Ergänzung zu den nahe gelegenen Befestigungen und Schlachtfeldern der Côte d’Opale.

