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Der Grand Barrage de Herbitzheim war kein gewöhnlicher Staudamm, sondern ein militärisches Überschwemmungsbauwerk der französischen Maginot-Linie.
Militärische Funktion
Bei Herbitzheim lag die sogenannte Saarlücke (Trouée de la Sarre). Weil der hohe Grundwasserspiegel dort grosse unterirdische Festungswerke erschwerte, setzte Frankreich auf eine „aquatische Maginot-Linie“: Teiche, Wehre, Dämme und vorbereitete Überschwemmungsflächen sollten deutsche Panzer und Fahrzeuge aufhalten und in das Feuer französischer Blockhäuser zwingen.
Der Grand Barrage wurde ungefähr 1932–1935 errichtet. Zusammen mit einem zweiten grossen Wehr bei Wittring konnte er die Saar aufstauen und das flache Tal oberhalb Herbitzheims überfluten. Technisch handelte es sich um ein Balkenwehr: Im Frieden floss das Wasser durch Öffnungen; im Mobilmachungsfall wurden schwere Balken beziehungsweise Schütze eingesetzt.
Die Sperre war durch mehrere Blockhäuser gedeckt. Mindestens eines war mit einem Hotchkiss-Maschinengewehr bewaffnet. Ihre Aufgabe bestand darin, deutsche Pioniere, Boote oder Behelfsbrücken am Überqueren der Wasserfläche zu hindern. Blockhausbeschreibung
1939–1940
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Nach der französischen Mobilmachung wurde das Wehr im September 1939 geschlossen.
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Eine besondere Überschwemmungskompanie von ungefähr 25 Mann, darunter zahlreiche Einheimische, bediente die Anlage. Als Kommandeur wird Hauptmann Gallerneau genannt.
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Die Besatzungen der zugehörigen Stellungen gehörten zum Bereich der kolonialen Maschinengewehrregimenter, der Régiments de mitrailleurs d’infanterie coloniale.
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Das System sollte innerhalb von etwa 24 Stunden ein ernstes Wasserhindernis schaffen.
Beim deutschen Westfeldzug wurde der Damm offenbar nicht unmittelbar angegriffen. Nachdem die französische Führung wegen der deutschen Durchbrüche weiter westlich den Rückzug aus der Maginot-Stellung befahl, räumte die Besatzung das Gebiet in der Nacht vom 14. auf den 15. Juni 1940. Damit wurde die Sperre nicht taktisch überwunden, sondern durch die allgemeine operative Lage bedeutungslos.
Zerstörung und heutiger Zustand
Nach der deutschen Besetzung wurde das Wehr beseitigt. Bei der Datierung gibt es eine kleine Quellenabweichung: Manche Ortsdarstellungen sagen lediglich, es sei „von den Deutschen zerstört“ worden; die Fachplattform WikiMaginot nennt genauer die Organisation Todt und Anfang 1942.
Heute sind vor allem Betonteile, Führungsschächte des Balkenwehrs und mehrere zugehörige Blockhäuser erhalten. Der Platz veranschaulicht besonders gut, dass die Maginot-Linie nicht nur aus grossen unterirdischen Forts bestand, sondern auch Landschaft, Gewässer und künstliche Überschwemmungen als Waffen einsetzte.
Kurz gesagt: Der Grand Barrage erfüllte 1939/40 seine technische Aufgabe, wurde aber nie in einem grösseren Gefecht erprobt. Er fiel nicht durch einen direkten deutschen Angriff, sondern wurde infolge des französischen Gesamtrückzugs aufgegeben.

