(D) Beckingen. Westwallbunker Wh 720 13.08.2021

13.08.2021 | Bunker

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Der Westwallbunker WH 720 „Otto“ in Beckingen-Saarfels wurde vermutlich 1939 im Rahmen des Aachen-Saar-Programms errichtet. Er gehörte zu den zahlreichen Befestigungen, die das NS-Regime zur Sicherung der deutschen Westgrenze gegenüber Frankreich bauen liess. Im Raum Beckingen sollten diese Anlagen besonders das Saartal, Strassen, Bahnlinien und mögliche Übergänge über die Saar kontrollieren.

WH 720 entspricht dem Regelbau 108b, einem MG-Schartenstand mit MG-Kasematte und Eingangsverteidigung. Der ungefähr 12,9 × 13,6 Meter grosse Bunker besass zwei Meter starke Wände und Decken aus Stahlbeton. Er war für eine Besatzung von zwölf Soldaten eingerichtet und verfügte über einen Bereitschaftsraum, Munitionslager, Gasschleuse, Schutzlüftung und Notausstieg.

Die Hauptbewaffnung bestand aus zwei schweren Maschinengewehren. Ein MG feuerte frontal aus einem Schartenstand, während das zweite aus einer seitlich ausgerichteten Kasematte das Gelände flankierte. Ein weiteres leichtes MG konnte den rückwärtigen Eingang verteidigen. Die Scharten waren durch schwere Stahlplatten geschützt. Ein Sehrohr ermöglichte die Beobachtung des umliegenden Geländes. Bauart Regelbau 108b

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs sollte der Westwall einen französischen Angriff abschrecken, während die Wehrmacht in Polen eingesetzt war. Nach dem Sieg über Frankreich 1940 verlor die Anlage zunächst ihre unmittelbare Bedeutung. Als die Alliierten 1944 die deutsche Grenze erreichten, wurden viele Westwallbunker erneut bemannt und notdürftig kampfbereit gemacht. Eine konkrete Kampfhandlung am Bunker WH 720 ist in den zugänglichen Quellen jedoch nicht eindeutig nachgewiesen.

Heute ist WH 720 erhalten und wird als kleines Museum beziehungsweise Erinnerungsort genutzt. Der Bunker dokumentiert sowohl die Militärtechnik des Westwalls als auch die nationalsozialistische Aufrüstung und die Lebensbedingungen der Soldaten in den engen Anlagen.

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