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Der Bunker WH 767 am Pfaffenkopfweg gehörte zur zweiten deutschen Verteidigungslinie zwischen Saarbrücken und Beckingen, der sogenannten „Hilgenbach-Stellung“. Diese war Teil des Westwalls, den das NS-Regime als Grenzbefestigung gegenüber Frankreich errichten liess.
Bau und militärische Aufgabe
Die Festlegung der Verteidigungslinie erfolgte am 26. Oktober 1938 im Rahmen des „Aachen-Saar-Programms“. Die eigentlichen Bauarbeiten begannen vermutlich im Frühjahr 1939; im Spätsommer desselben Jahres dürfte der Bunker fertiggestellt worden sein. Ausgeführt wurde der Bau durch die Organisation Todt, während der Festungspionierstab 2 in St. Wendel Planung, Aufsicht und Abnahme übernahm. Seine vollständige militärische Bezeichnung lautete WH 15-767 St, wobei „St“ für eine ständige, dauerhaft ausgebaute Anlage stand.
WH 767 ist ein Regelbau 114a in der höchsten Baustärke „A“. Die Aussenwände und die Decke bestehen aus 3,5 Meter starkem Stahlbeton. Das etwa 300 Quadratmeter grosse Bauwerk enthält rund 2’000 Kubikmeter umbauten Raum.
Seine Aufgabe war die Rundumverteidigung eines Abschnitts der Beckinger Bunkerlinie. Das wichtigste Waffensystem war der Krupp-Sechsschartenturm vom Typ 20P7:
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etwa 51 Tonnen schwer
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rund 25,5 Zentimeter Panzerstahl
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Baujahr 1939, Fertigungsnummer 61
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zwei MG 34, die innerhalb des Turmes zwischen sechs Scharten bewegt werden konnten
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Rundblickoptik und 360-Grad-Feuerwirkung
Eine zusätzliche MG-Stellung sicherte die Kehlseite, also Eingang und Rückseite des Bunkers. Zur Ausstattung gehörten ausserdem Gasschleuse, Schutzlüfter, Bereitschaftsraum, Munitions- und Verpflegungsraum, Feldfernsprecher sowie ein Notausstieg. Die reguläre Besatzung bestand aus zwölf Soldaten. Vorräte konnten für ungefähr sieben, höchstens fünfzehn Tage eingelagert werden. Bunkermuseum Beckingen
Verwendung im Zweiten Weltkrieg
Zu Kriegsbeginn 1939 wurde der Westwall bemannt, um während des deutschen Feldzuges gegen Polen einen französischen Angriff abzuschrecken. Der Beckinger Heimatverein hält eine Besetzung der örtlichen Anlagen durch Angehörige des Infanterieregiments 355 der 214. Infanterie-Division für möglich; später könnten Teile der 79. Infanterie-Division eingesetzt worden sein. Diese Zuordnungen sind allerdings ausdrücklich nicht vollständig gesichert.
Nach dem deutschen Sieg über Frankreich 1940 verlor der Westwall vorübergehend seine unmittelbare militärische Bedeutung. Am 28. Juni 1940 ordnete das Oberkommando des Heeres die Einstellung der Bauarbeiten an. Anlagen wurden geräumt, bewacht oder nur notdürftig instand gehalten.
Als die alliierten Armeen 1944 die deutsche Westgrenze erreichten, wurde der Westwall reaktiviert. Für Beckingen werden Teile der 355. und 356. Volksgrenadier-Division als mögliche spätere Besatzung genannt. Dabei kamen offenbar auch ältere oder nur eingeschränkt feldverwendungsfähige Soldaten sowie Jugendliche zum Einsatz.
Ein konkretes Gefecht, bei dem WH 767 nachweislich mit seinen Maschinengewehren kämpfte, ist in den zugänglichen Darstellungen nicht dokumentiert. Man sollte deshalb nicht automatisch von seiner erneuten Bemannung auf einen tatsächlichen Kampfeinsatz schliessen. Der Bunker war Teil eines zusammenhängenden Verteidigungssystems aus Kampfbunkern, Feldstellungen, Hindernissen und Fernmeldeverbindungen – kein isoliertes „Fort“.
Erhaltung und heutige Bedeutung
WH 767 blieb im Gegensatz zu den meisten Westwallanlagen im Saarland weitgehend erhalten und wurde nicht gesprengt. Er gilt als der einzige erhaltene Regelbau 114a dieser Ausführung mit frei sichtbarer Kehlfront und Eingangsverteidigung und steht als Einzeldenkmal unter Schutz.
Ab 2006 wurde die Anlage auf Initiative von Willi Ehrl freigelegt und restauriert; später übernahm der Kultur- und Heimatverein Beckingen die Betreuung. Daraus entwickelte sich das heutige Bunkermuseum. Die gelegentlich verwendete Bezeichnung „Erlkönig“ beziehungsweise „Ehrlkönig“ ist wahrscheinlich ein jüngerer Beiname und kein sicher belegter taktischer Name aus der Wehrmachtszeit.
Historisch ist der Bunker heute vor allem ein Sachzeugnis für die nationalsozialistische Aufrüstung, den enormen Material- und Arbeitseinsatz des Westwallbaus sowie die militärischen Lebensbedingungen einer zwölfköpfigen Besatzung auf engstem Raum. Er sollte daher nicht als technisches Heldendenkmal, sondern im Zusammenhang mit NS-Diktatur, Kriegsvorbereitung und Zweitem Weltkrieg betrachtet werden.

