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Das Fort Fleur d’Épée liegt auf einer Anhöhe bei Le Gosier auf Grande-Terre und beherrscht die Grosse Bucht sowie den östlichen Land- und Seezugang nach Pointe-à-Pitre. Es war damit eine der wichtigsten Befestigungen Guadeloupes.
Während der britischen Besetzung von 1759 bis 1763 entstand auf der Anhöhe zunächst eine Artilleriebatterie. Nach der Rückgabe Guadeloupes an Frankreich wurde sie weiter ausgebaut und mit 18 schweren Kanonen bestückt. Da eine erneute britische Invasion befürchtet wurde, liess Gouverneur Victor Collot die Stellung im Winter 1793/94 zu einem dauerhaften Fort mit Kasernen und Pulvermagazin erweitern. Die Anlage war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht vollständig fertiggestellt.
Am 12. April 1794 griffen britische Truppen unter General Charles Grey das von ungefähr 110 französischen Soldaten verteidigte Fort an. Britische Kriegsschiffe beschossen die Seeseite, während Infanterie von der benachbarten Höhe Morne Mascot angriff. Nach heftigen Nahkämpfen fiel das Fort. Dadurch wurden auch die Zufahrten nach Pointe-à-Pitre für die Briten geöffnet.
In der Nacht vom 6. zum 7. Juni 1794 eroberten französische Republikaner unter Victor Hugues das von mehr als 900 Briten und französischen Royalisten gehaltene Fort im Überraschungsangriff zurück. Die Angreifer verzichteten auf eine Artillerievorbereitung, erklommen die Mauern und kämpften innerhalb der Anlage mit Bajonetten. Anschliessend zogen sie in Pointe-à-Pitre ein und verkündeten dort die bereits am 4. Februar 1794 von der französischen Nationalversammlung beschlossene Abschaffung der Sklaverei.
In den folgenden Wochen wurden zahlreiche zuvor versklavte Männer als republikanische Soldaten angeworben. Gemeinsam mit anderen guadeloupischen Freiwilligen verteidigten sie das Fort gegen britische Gegenangriffe. Trotz schwerer Bombardierungen und grosser Verluste behaupteten die Republikaner die Stellung. Der britische Belagerungsversuch endete Anfang Juli 1794 erfolglos. Fort Fleur d’Épée erwies sich damit als Schlüssel zur Kontrolle von Pointe-à-Pitre und seiner Reede.
Während der Konflikte um die Wiedereinführung der Sklaverei unter Napoleon wurde das Fort 1801/02 erneut verstärkt. Zwischen 1810 und 1815 stand Guadeloupe nochmals unter britischer Herrschaft. In den 1830er-Jahren erhielt die Anlage einen tieferen Graben, höhere Mauern und eine neue Toranlage mit Zugbrücke. Wegen ihrer ungünstigen Lage gegenüber dem höheren Morne Mascot und der zunehmenden Reichweite moderner Artillerie empfahl das französische Festungskomitee 1854 jedoch ihre Aufgabe.
Heute ist Fort Fleur d’Épée ein geschütztes Denkmal. Es erinnert sowohl an die französisch-britischen Kolonialkriege als auch an die erste Abschaffung der Sklaverei und den militärischen Beitrag ehemals versklavter Menschen.

