(F) Guadeloupe. Basse-Terre. Fort Delgrès 11.12.2018

11.12.2018 | Bunker

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Das Fort Delgrès liegt auf einer Anhöhe über Basse-Terre und kontrollierte den Hafen, die Stadt und die Zufahrtswege entlang der Karibikküste. Seine Ursprünge reichen bis 1649/50 zurück, als der französische Gouverneur und Kolonialherr Charles Houël dort einen viergeschossigen befestigten Wohnturm errichten liess. Die Anlage diente zunächst auch als sichtbares Zeichen seiner politischen und wirtschaftlichen Herrschaft über die Kolonie.

Im 18. Jahrhundert wurde der Turm schrittweise zu einer Festung ausgebaut. Zwischen 1720 und 1750 entstanden Kasematten, eine Poterne und ein grosses Pulvermagazin. Später kamen Mannschaftsunterkünfte, Küchen, Zisternen, unterirdische Verbindungen und verstärkte Bastionen hinzu. Die Anlage sollte Basse-Terre vor britischen Landungsversuchen und Angriffen von See schützen. Allerdings blieb sie wegen ihrer zur Küste ausgerichteten Bauweise empfindlich gegen Schiffsartillerie.

Fort Delgrès trug im Laufe seiner Geschichte verschiedene Namen, darunter Château de Basse-Terre, Fort Saint-Charles, Fort Royal, Fort Matilda und Fort Richepance. Während der britischen Besetzung von 1794 wurde es heftig umkämpft. Ende desselben Jahres eroberten die republikanischen Truppen Victor Hugues’ die Anlage zurück. Dadurch konnte Frankreich wieder die Kontrolle über Guadeloupe gewinnen und die 1794 beschlossene Abschaffung der Sklaverei auf der Insel durchsetzen.

Seine grösste historische Bedeutung erlangte das Fort im Mai 1802. General Antoine Richepanse landete am 5. Mai mit einem französischen Expeditionskorps auf Guadeloupe, um die koloniale Ordnung und schliesslich die Sklaverei wiederherzustellen. Der freie, aus Martinique stammende Offizier Louis Delgrès verweigerte den Gehorsam und organisierte vom damaligen Fort Saint-Charles aus den Widerstand.

Nach schweren Kämpfen gegen die zahlenmässig überlegenen Truppen Richepances mussten Delgrès und seine Männer das Fort am 22. Mai 1802 durch eine Poterne über der Schlucht des Galion verlassen. Ein Teil der Aufständischen unter Joseph Ignace zog in Richtung Pointe-à-Pitre und wurde am 25. Mai bei Baimbridge geschlagen. Delgrès zog sich mit seinen verbliebenen Kämpfern auf die Anhöhe von Matouba zurück.

Am 28. Mai 1802 sprengten Delgrès und mehrere hundert seiner Gefährten ihr letztes Verteidigungsquartier auf der Plantage d’Anglemont, statt sich zu ergeben. Wenige Wochen später wurde die Sklaverei in Guadeloupe wieder eingeführt.

Die Festung verlor 1904 ihre militärische Funktion, wurde 1977 als historisches Monument geschützt und erhielt 1989 den Namen Fort Delgrès. Heute ist sie ein zentraler Erinnerungsort für den Widerstand gegen die Wiedereinführung der Sklaverei.

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