(F) Guadeloupe. Trois Rivières 01.12.2018

01.12.2018 | Bunker

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Trois-Rivières besass keine grosse geschlossene Festung wie Basse-Terre. Seine Verteidigung beruhte auf einem Netz aus Küstenbatterien, Redouten und Erdverschanzungen. Aufgrund seiner erhöhten Lage gegenüber dem Kanal von Les Saintes eignete sich das Gebiet besonders zur Beobachtung feindlicher Schiffe und zur Abwehr von Landungen an der Südküste von Basse-Terre.

Nach der Ansiedlung französischer Kolonisten ab etwa 1640 entwickelte sich Trois-Rivières zu einem bedeutenden Plantagengebiet. Die Befestigungen schützten deshalb nicht nur die Zufahrt nach Basse-Terre, sondern auch die kolonialen Plantagen, Verkehrswege und Anlegestellen. Die Wirtschaft beruhte wesentlich auf der Arbeit versklavter Menschen.

Der systematische militärische Ausbau begann während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Frankreich befand sich ab 1778 erneut im Krieg mit Grossbritannien und musste mit britischen Angriffen auf Guadeloupe rechnen. Zwischen Vieux-Fort und Goyave entstand deshalb eine Kette kleiner Befestigungen.

Redoute d’Arbaud

Die wichtigste Verteidigungsanlage im Westen von Trois-Rivières war die Redoute d’Arbaud. Sie wurde zwischen 1778 und 1780 auf einer ungefähr 60 Meter hohen Geländekante über der Bucht von Grande Anse errichtet. Ihre Aufgabe war es, eine britische Landung in der Bucht zu verhindern und den Zugang zum Plateau du Palmiste zu sperren.

Die etwa 670 Quadratmeter grosse Redoute war eine sogenannte „vorübergehende Befestigung“, die hauptsächlich aus Erde und Holz bestand. Ein mehr als fünf Meter breiter Graben umgab die Plattform. Im Jahr 1779 war sie bewaffnet mit:

  • einer schweren 18-Pfünder-Kanone

  • zwei leichteren 6-Pfünder-Kanonen

  • vier weiteren 18-Pfündern in der rückwärtigen Batterie De Launay

Weitere Stellungen waren die Redoute Gagneron, die Batterie de Marre und die Redoute du Bois. Gemeinsam bildeten sie eine gestaffelte Verteidigung der Grande Anse.

Während der britischen Invasion von 1794 blieben die örtlichen Kompanien der Kapitäne Roger und Icard in ihren Stellungen. Zu grösseren Kämpfen bei der Redoute kam es jedoch wahrscheinlich nicht, da die entscheidenden Gefechte weiter westlich im Raum Baillif und Basse-Terre stattfanden. Die Redoute blieb mindestens bis 1798 in Betrieb und wurde anschliessend aufgegeben. Ihre Überreste wurden erst 2010 archäologisch wiederentdeckt.

Batterie von Grande Pointe

An der Grande Pointe, auch Pointe à la Taste genannt, befand sich eine hufeisenförmige Küstenbatterie. Sie überwachte den Kanal von Les Saintes und konnte Schiffe beschiessen, die sich der Küste oder der Reede von Basse-Terre näherten. Erhalten sind eine gepflasterte Geschützplattform, eine kleine Pulverkammer, Teile des Verteidigungswalls und zwei Kanonen.

Mit der grösseren Reichweite moderner Schiffsartillerie verloren die offenen Batterien im 19. Jahrhundert ihre militärische Bedeutung. Heute erinnern ihre Ruinen an das koloniale Verteidigungssystem von Trois-Rivières. Die Stadt selbst weist darauf hin, dass neben den Batterien auch Überreste von Plantagen, Distillerien und Gefängnissen für versklavte Menschen erhalten sind.

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