(F) Guadeloupe. Vieux Fort 01.12.2018

01.12.2018 | Bunker

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Die Gemeinde Vieux-Fort verdankt ihren Namen dem Fort Royal, das auch als Vieux-Fort L’Olive oder Fort L’Olive bezeichnet wurde. Es lag an der Südspitze der Insel Basse-Terre, von wo aus der Kanal von Les Saintes, die Küstenzufahrt und der östliche Zugang zur Reede von Basse-Terre überwacht werden konnten.

Vor der französischen Kolonisierung bestand bei Anse Dupuy eine bedeutende Siedlung der Kalinago. Die französischen Kolonisten unter Charles Liénard de L’Olive verdrängten die indigene Bevölkerung und errichteten um 1636 eine befestigte Niederlassung. Das Fort Royal war zunächst eine von Holzpalisaden umgebene Anlage mit Wohngebäuden, Kapelle, Gärten und wenigen Geschützen. Es diente als Sitz der ersten Kolonialverwaltung und sollte die noch schwache französische Ansiedlung schützen.

Nachdem Gouverneur Charles Houël um 1650 in Basse-Terre eine grössere Festung – das spätere Fort Delgrès – errichten liess, verlor Fort Royal seine Stellung als Hauptstützpunkt. Seitdem wurde es „Vieux-Fort“, also „altes Fort“, genannt.

1665 begann der Ausbau zu einer Küstenbatterie mit Wachgebäude. Die militärische Ausstattung blieb jedoch zunächst gering; 1696 werden lediglich zwei eiserne Kanonen erwähnt, die auch zur Alarmierung der Bevölkerung dienten. Im Jahr 1703 landeten britische Truppen unter Christopher Codrington bei Anse Dupuy und zerstörten die dortigen Befestigungen.

Ab 1730 wurde die Stellung wiederaufgebaut. Bis 1749 entstand eine geschlossene Batterie mit:

  • einer gemauerten Geschützplattform

  • Wachhaus und Mannschaftsunterkunft

  • Pulvermagazin und Munitionslager

  • Küche und Zisterne

  • einem engen, gut zu verteidigenden Zugang

Eine tiefer gelegene zweite Batterie kam Ende des 18. beziehungsweise Anfang des 19. Jahrhunderts hinzu. Ihre sieben Scharten ermöglichten ein fächerförmiges Feuer auf Schiffe im Kanal von Les Saintes. Während der französisch-britischen Kämpfe von 1794 wurden die Anlagen erneut beschädigt.

Im 19. Jahrhundert erfolgten weitere Verstärkungen. Nach einem Sturm wurde die Kaserne 1821 neu errichtet; sie bot ungefähr 30 Soldaten Platz. 1843 erhielt die Stellung neue Kanonen und Haubitzen aus den französischen Geschützgiessereien Nevers und Ruelle. Mit der zunehmenden Reichweite moderner Schiffsartillerie verlor die kleine offene Batterie jedoch ihre militärische Bedeutung.

Heute sind hauptsächlich die späteren Batterien, das Pulvermagazin, Teile der Kasernen sowie mehrere Geschütze erhalten. Es handelt sich daher nicht ausschliesslich um Überreste des ursprünglichen Holzforts von 1636. Die Ruinen erinnern an die ersten Jahre der französischen Kolonisierung und die wiederholten britischen Angriffe auf Guadeloupe. Fort L’Olive – Îles de Guadeloupe

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