Tag 14 | 07.03.2026 | Wäsche waschen auf See

07.03.2026 | Reiseberichte 2026, Weltentdeckungsreise 2026

Achtzig Tage auf See. Selbst der optimistischste Kofferpacker muss irgendwann einsehen, dass kein Koffer der Welt gross genug ist, genügend Socken, Hemden und Unterhosen aufzunehmen. Irgendwann kommt unweigerlich der Moment, in dem man den letzten frischen Socken anzieht und der Kleiderschrank nur noch Dinge enthält, die man bestenfalls als „erinnerungswürdig“ bezeichnen könnte.

Was also tun? Wäsche waschen.

Auf einem Kreuzfahrtschiff stehen dafür zwei Methoden zur Verfügung. Eine teure und eine weniger teure. Die teure ist gleichzeitig die bequemere und trägt den verheissungsvollen Namen Magic-Bag. Das ist im Grunde jene Form des Waschens, die vielen Ehemännern von Natur aus vertraut ist: Man stopft die Wäsche in einen Sack, übergibt sie dem Schicksal, und irgendwann taucht sie wieder auf. Gewaschen und gebügelt.

Trotz mahnender Intervention meiner Ehefrau beschloss ich, diese Variante einmal auszuprobieren. Und tatsächlich: Nach nur sieben Tagen, und etwa 30 Euro leichter, erschien meine Wäsche sauber dargetan wieder in der Kabine.

Wer allerdings nicht eine Woche auf seine Hemden warten möchte, muss selbst Hand anlegen. Und genau hier tritt meine Frau auf den Plan.

Sie zieht mit dem Wäschekorb los und steuert den Waschsalon des Schiffes an. Dieser ist ein Raum voller Maschinen. Mehr als zwanzig Waschmaschinen und ebenso viele Trockner stehen dort in Reih und Glied und warten darauf, mit Wäsche gefüttert zu werden.

Allerdings arbeiten sie nur unter einer Bedingung: Man muss ihnen Euros geben.

In dieser Hinsicht unterscheiden sie sich erstaunlich wenig von Ehefrauen.

Hat man seine Maschine einmal gestartet, beginnt eine besondere Form der Romantik: die Waschküchenromantik. Man steht vor „seiner“ Waschmaschine, schaut der Trommel beim Drehen zu und fühlt sich plötzlich sehr philosophisch.

Diese Romantik hält exakt so lange an, bis jemand im Raum feststellt, dass irgendein unbedarfter Passagier die falsche Maschine gestartet hat.

Dann wird es plötzlich still. Sehr still.

Die vorher noch sanft rotierenden Trommeln scheinen nun eher wie tickende Zeitbomben zu wirken. Blicke werden gewechselt, Verdächtigungen liegen in der Luft, und das anschliessende gemeinsame Bügeln entwickelt sich zu einer nervlichen Zerreissprobe, bei der jeder versucht, möglichst unschuldig auszusehen.

Am Ende jedoch liefern beide Methoden dasselbe Ergebnis: saubere Wäsche.

Die teure Variante ist deutlich entspannter; aber auch erheblich weniger unterhaltsam.

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