Tag 32 | 25.03.2026 | Callao – wir gehen trotzdem hin

25.03.2026 | Reiseberichte 2026, Weltentdeckungsreise 2026

Heute machen wir einen Ausflug nach Callao, dorthin, wo auch unser Schiff im geschäftigen Güterhafen liegt. Der Vorteil: Wir sparen uns die über einstündige Fahrt ins Zentrum von Lima. Der Nachteil: die Sicherheitslage. Ob Internet, Touristenforen oder Bordprogramm – überall wird gewarnt: hohe Kriminalität, Ausnahmezustand, Militär auf den Strassen. Nachts soll man als Tourist sowieso nicht mehr unterwegs sein.

Wir fahren trotzdem am Morgen ins Zentrum. Schon unterwegs sieht man die Armut deutlich: Kaum ein Gebäude wirkt fertig gebaut, und doch zeigt aufgehängte Wäsche, dass überall Menschen wohnen. Geschäfte und Restaurants sind selten, die Strassen in schlechtem Zustand. Dafür ist an jeder Ecke Polizei; normale, Touristen-, Verkehrspolizei; und immer wieder Militär.

Im Zentrum besuchen wir das Forte Real Felipe, eine alte Festung mit einer eindrücklichen Ausstellung zur Militärgeschichte Perus. Wir steigen auf zwei Türme, doch die Sicht ist grau und neblig. Wir erinnern uns an die Erklärung des Guides: der „garúa“, von den Peruanern auch „Bauch des Esels“ genannt. Ein Nebel, der die Stadt fast täglich in Grau hüllt.

In einer Seitenstrasse finden wir einen kleinen Italiener, die „L’Osteria dello Porto“. Der Besitzer kommt aus Florenz, und die ganze Familie arbeitet im Restaurant mit. Das Essen ist hervorragend; das wissen offenbar auch Polizei und Militär, denn wir sitzen mitten zwischen Uniformen. So gut bewacht haben wir selten gegessen.

Ein kurzer Rundgang durch den Hafen beendet unseren Besuch. Einige schöne alte Gebäude stehen hier noch, viele sind allerdings am Verfallen, und die besseren werden von Polizei oder Militär genutzt. Fazit: Tagsüber ist Callao einen Besuch wert, die starke Präsenz von Militär und Polizei beruhigt einerseits, ist für uns aber auch ungewohnt. Ein kleines Unbehagen bleibt.

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