Tag 7 / 25.07.2025 Sommerviller – Maizières-lès-Vic. Écluse n°11

25.07.2025 | Sommerreise 2025, Reiseberichte 2025

Motorstunden 6.8 / Fahrkilometer: 32.22 / Schleusen: 11

Logbucheintrag: Das erste Mal in der Schleuse – und wir mittendrin

Wie ernst es uns mit der Flucht vor der sich an uns klammernden Wohn- und Schiffgemeinschaft ist, beweist unsere heutige Kilometerleistung. Allerdings beinhaltet diese auch eine Stunde Zwangspause an der Schleuse in Lagarde, direkt vor der Charterbasis von Navig France.

Dort beginnt gerade die erste Schulungsrunde zweier Charterboote. Was für die Frischlinge an Bord ein aufregender Moment ist, wird für uns zur Lektion in Geduld. Mit Hingabe und wechselndem Erfolg wird versucht, die Schleuseneinfahrt zu treffen. Drinnen wird dann eifrig belegt, vertäut und nochmal vertäut. So viele Leinen an einem Boot und immer findet sich ein nicht vorhandener Poller, der offenbar ideal erscheint.

Wir bleiben ruhig, denn eigentlich ist es toll, dass hier gründlich geschult wird. Trotzdem… Als die Neu-Kapitäne die Schleuse etwas voreilig verlassen, springt für uns das Licht auf Doppelrot. Noch mehr Warten. Noch mehr Nerven.

Endlich geht’s weiter; ganze zwei Kilometer bis zur nächsten Schleuse. Dort tanzt eines der frisch geschulten Boote im Kreis, offenbar auf der Suche nach dem Eingang. Wir nähern uns und teilen dem Paar freundlich mit, dass wir gemeinsam hochschleusen. Ihre Reaktion: Augen gross wie Schleusentore, pure Panik. Sie nicken verständnislos.

Wir erklären: „Wir fahren zuerst rein, dann ist der Sog für euch kleiner.“ Verstanden? Wahrscheinlich nicht, aber das Wort „Sog“ schien Eindruck zu machen. Dankbarkeit mischt sich in die Panik, und wir nutzen die Gelegenheit für eine kleine Nachschulung auf Schweizerdeutsch. Man hilft sich ja, unter Landsleuten.

Sie gestehen, dass sie das erste Mal überhaupt ein Boot steuern. Schleusen kannten sie bisher nur aus Erzählungen. Wir trösten: Jeder fängt mal an. Und immerhin, sie haben die Schleuse weder gerammt noch blockiert. Schleuse drei wird wieder spannend, aber das ist dann nicht mehr unser Problem.

Wir machen nach diesem abenteuerlichen Tag im Oberwasser fest. Herrlich ruhig, kein Kreisverkehr, keine Panikaugen. Einfach Feierabend.

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