Punta del Este empfängt uns nicht mit Kai und Leinen, sondern mit Distanz: Wir ankern vor der beeindruckenden Skyline. An Land kommt man nur per Tenderboot. Ein schwimmender Zubringer, der gleichzeitig Transportmittel und leichte Mutprobe ist. Immerhin wird man mit hübschen Perspektiven auf das eigene Schiff belohnt und einem neuen Respekt vor ruhiger See.
Der Ort selbst zeigt Uruguay von seiner wohlhabendsten Seite. Villen hinter Palmen, und auffallend viele Ferienhäuser von Argentiniern und Brasilianern.
Geschichtlich deutlich gewichtiger – im wahrsten Sinne – ist der Anker des deutschen Panzerschiffs Admiral Graf Spee. Als „Gedenkstätte“ vielleicht ein etwas grosses Wort für ein einzelnes Stück Metall, aber die Vergangenheit hängt hier buchstäblich schwer in der Luft. Man steht davor und merkt: Geschichte kann ziemlich massiv sein.
Ganz ohne Zeitreise geht es danach nicht weiter, denn im Museo de Autos Clásicos „La Antigua Estación“ glänzen Automobile aus einer Epoche, als Autos noch Kurven hatten, Chrom kein Schimpfwort war und Verbrauchswerte bestenfalls diskret verschwiegen wurden.
Die Rückfahrt zum Schiff gerät nochmals zur schaukelnden Angelegenheit, endet aber glücklicherweise trocken und vollständig. Wieder an Bord fühlen sich selbst Teppichboden und Treppengeländer wie ein sicherer Hafen an. Beste Voraussetzungen, um sich anschliessend mit bemerkenswerter Tapferkeit dem Abendprogramm zu widmen.
Eine Zusammenfassung der Geschichte der Admiral Graf Spee, mit aktuellen Bildern findest du hier: Admiral Graf Spee


