Tag 9 | 02.03.2026 | Montevideo – Buenos Aires

02.03.2026 | Reiseberichte 2026, Weltentdeckungsreise 2026

Gegen Abend des 1. März verabschieden wir uns von Montevideo, nicht ohne zuvor das Schauspiel eines deutlich grösseren Kreuzfahrtschiffes zu bewundern, das sich mit beeindruckender Präzision aus dem Hafen manövriert.

Am nächsten Morgen laufen wir pünktlich in Buenos Aires ein, wo zwei Landtage auf uns warten. Unser Liegeplatz: mitten im Containerhafen. Statt Tangomusik begrüssen uns Kräne und Stapler. Von Bord kommen wir nur per Shuttlebus.

Vom Terminal aus erobern wir die Stadt erst per Uber, dann zu Fuss. Buenos Aires zeigt sich lebendig, grosszügig und herrlich widersprüchlich. Doch bevor wir uns kulturell weiterbilden, meldet sich der Magen energisch zu Wort. In einem Restaurant finden wir argentinische Fleischportionen, die hier offenbar als „normal“ gelten, anderswo aber als Mutprobe durchgingen. Saftig, zart, sättigend – danach fühlen wir uns bereit für die Ewigkeit.

Diese suchen wir im wahrsten Sinne des Wortes auf dem berühmten Cementerio de la Recoleta. Die Verstorbenen residieren hier in marmornen Mini-Palästen mit Säulen, Türmchen und kunstvollen Gittern. Auch Eva Perón hat hier ihre letzte Adresse. Alles sehr beindruckend und ein wenig makaber, zumal manche Särge in griffnähe erstaunlich präsent wirken.

Der Rückweg führt uns durch elegante Einkaufsstrassen mit glänzenden Fassaden und nur wenige Blocks weiter durch Viertel, in denen der Glanz abrupt endet. Reichtum und Armut liegen hier näher beieinander als uns lieb ist. Buenos Aires zeigt sich ohne Filter.

Zurück an Bord begleitet uns das geschäftige Treiben des Containerterminals in den Abend. Metallisches Klirren statt Meeresrauschen. Wir versuchen dennoch, ein Auge zu schliessen.

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