Nach unserem gestrigen Streifzug auf eigene Faust schliessen wir uns heute einer geführten Tour an. Für bekennende Einzelgänger durchaus eine kleine Mutprobe mit Ansage.
Am Vormittag werden sämtliche Ausflügler in der Show Lounge gesammelt. Es folgt die Einteilung in Gruppen, anschliessend die feierliche Verleihung einer Nummer, damit auch ja niemand verloren geht. Draussen warten SIEBEN Busse. Und tatsächlich: Alle sieben fahren im Konvoi los und halten exakt an denselben Punkten. Das bedeutet: 7 x 40 Personen steigen gleichzeitig aus. Neben den übrigen Touristen der Stadt stehen also noch gut 300 Kreuzfahrer synchron am identischen Fotospot. Man ist unter sich. Und unter sehr vielen anderen.
Die Panoramafahrt selbst ist durchaus sehenswert. Wir passieren den rosafarbenen Präsidentenpalast Casa Rosada, sehen die frühere Wirkungsstätte von Papst Franziskus und schlendern durch das farbenfrohe Viertel La Boca mit seinen bunt bemalten Häusern. Alles hübsch anzusehen, wenn man es zwischen hochgereckten Selfiesticks hindurch schafft.
Irgendwann sind wir dennoch dankbar, dem auf Kühlschranktemperatur heruntergekühlten Bus entsteigen zu dürfen. Zurück an Bord widmen wir uns wieder unserer Paradedisziplin: gepflegtem Nichtstun mit Meerblick.
Das spätere Auslaufen aus dem Containerhafen gerät erneut zum kleinen Spektakel. Mit einem letzten, leicht vorwurfsvollen Blick auf die lärmenden Kräne und quietschenden Stapler nehmen wir Abschied. Diesmal aber versöhnlich: Die Fahrt hinaus führt direkt in den Sonnenuntergang. Selbst ein Containerhafen kann im Abendlicht fast ein wenig romantisch wirken.


