Früh am Morgen machen wir im Cruise Center von Baltimore fest. Heute sind wir wieder auf eigene Faust unterwegs. «Charm City» nennt sich die Stadt; wegen ihrer sehr unterschiedlichen Viertel. Hier ist auch die Geburtsstadt der Nationalhymne «The Star-Spangled Banner», und bekannt für Edgar Allan Poe, dem Vorreiter der Horror-Literatur. Die Erwartungen sind gesetzt.
Unser Weg führt uns zuerst in den Inner Harbor. Die Lage am Wasser ist zweifellos reizvoll, doch insgesamt wirkt vieles überraschend nüchtern. Beton prägt das Bild, und rund um den Hafen bleiben zahlreiche Läden und Restaurants geschlossen; ausgerechnet an einem Samstag. Das nimmt der Szenerie etwas von ihrer Lebendigkeit.
Das bekannte Aquarium lassen wir angesichts der langen Warteschlange aus. Stattdessen wenden wir uns den Museumsschiffen am Quai zu: ein U-Boot und ein Schiff der Küstenwache. Es soll das letzte Schiff sein, das damals (2. Weltkrieg) Pearl Harbor verlassen hat. Die Technik beeindruckt, die Enge an Bord ebenso – allerdings auf andere Weise. Niedrige Decken, schmale Gänge und sehr kompakte Räume lassen erahnen, wie anspruchsvoll der Alltag für die Besatzung gewesen sein muss.
Zurück an Land setzen wir unseren Rundgang fort. Hochhäuser und grosse Hotelketten prägen das Stadtbild, dazu zahlreiche Fast-Food-Lokale. Grünflächen sind rar. Einzelne Gebäude stechen positiv hervor, bleiben jedoch Ausnahmen.
Nach einigen Stunden ziehen wir Bilanz. Baltimore zeigt sich interessant, aber der vielzitierte Charme erschliesst sich uns heute nicht. So kehren wir schliesslich zurück auf unsere «Grand Lady» Im Wettbewerb mit Baltimore gewinnt die MS Artania eindeutig den Charmepreis!


