Tag 6 / 24.07.2025 Pompey – Sommerviller

24.07.2025 | Reiseberichte 2025, Sommerreise 2025

Motorstunden 5.4 / Fahrkilometer: 27.78 / Schleusen: 7 / Hebebrücken: 2

Logbucheintrag: Diesel satt, Ruhe knapp

Entgegen dem weit verbreiteten Klischee, dass Schweizer hauptsächlich Käse und Schokolade konsumieren und ansonsten mit dem Zählen von Geld beschäftigt sind, müssen wir heute eingestehen: Auch wir müssen ab und zu nach Hause zurückkehren, um wieder zu arbeiten – damit wir uns weiterhin Käse und Schokolade leisten können.

Unsere Reise hat also einen Wendepunkt erreicht. Wir nehmen Kurs zurück, passieren Nancy ein zweites Mal und entdecken kurz darauf einen Anleger, der fast zu gut ist, um wahr zu sein. Keine 50 Meter zum Intermarché. Diesel gibt es auch gleich nebenan bei der Tankstelle. Unser brandneuer Sackkarren, den wir bisher liebevoll geschont haben, kommt endlich zum Einsatz. Drei Märsche später hat die Coeur 120 Liter Diesel intus. Notiz an uns selbst: ein dritter Kanister wäre schlau gewesen. Zwei Mal laufen ist charmant. Drei Mal sportlich.

Einziger Haken an diesem erstklassigen Bunkerplatz: Wir sind nicht die Einzigen mit dieser Idee. Drei Boote liegen schon dort, eine kleine Reisegemeinschaft – zwei Franzosen und ein Belgier. Wir lassen sie grosszügig vorausfahren. Nicht etwa aus Rücksicht, sondern weil wir keine Lust auf Schleusenstau haben.

Kaum unterwegs treffen wir sie wieder – an unserem schattigen Lieblingsplatz für die Mittagspause. Im Paket belegt. Also fahren wir weiter, leicht enttäuscht, aber mit dem guten Gefühl, die Paketfahrer nun endgültig hinter uns zu lassen.

Für die Nacht machen wir in Sommerviller fest. Ruhiger Anleger, schöne Umgebung – könnte kaum besser sein.
Doch dann: Die Gruppenreisenden tauchen auf. Es geht lebhaft zu, die Anlegemanöver sind… sagen wir mal ambitioniert. Neben unserem Boot wird der Picknick-Tisch zügig in Beschlag genommen, Grill und Spielgeräte folgen. Wir werden grosszügig ignoriert – scheinbar gehören wir zur Kulisse.

Während nebenan die Holzkohle glüht und das Bier zischt, schmieden wir einen Fluchtplan für morgen. Ziel: Sie loswerden, bevor sie merken, dass es noch Schokolade an Bord gibt.

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