Tag 17 | 10.03.2026 | Kap Hoorn und die Allee der Gletscher

10.03.2026 | Reiseberichte 2026, Weltentdeckungsreise 2026

Wir werden von einer Borddurchsage geweckt: „Kap Hoorn voraus.“ Der südlichste Zipfel Südamerikas liegt vor uns. Ein Ort mit zweifelhaftem Ruf. Hier können die Wellen bis zu zehn Meter hoch werden, und der Wind pfeift mit über 200 km/h um die Felsen. Ein Platz, an dem Seemänner normalerweise eher zusammenzucken als jubeln.

Heute allerdings liegt Kap Hoorn vor uns wie eine schnurrende Katze. Sonnig, friedlich, fast schon lieblich. Keine Wellen, kein Wind. Nichts von dem wilden Ruf, der diesem Ort normalerweise vorauseilt. Unser Kapitän ist zum siebten Mal hier, doch so etwas hat er noch nie erlebt. Völlig begeistert steht er auf der Nock und fotografiert selbst wie ein Kreuzfahrtneuling auf Jungfernfahrt.

Und tatsächlich: Wir umrunden Kap Hoorn in absoluter Bilderbuchstimmung. Entlang der Reling stehen die Passagiere, bewaffnet mit Kameras und Handys und bringen ihre Münder kaum wieder zu. Auch wir können es kaum fassen. So schön, so ruhig und so einmalig präsentiert sich dieser legendäre Punkt der Weltkarte.

Doch der Tag hat noch einen zweiten Höhepunkt im Gepäck: die „Allee der Gletscher“. Wer von Ushuaia durch den Beagle-Kanal Richtung Pazifik fährt, passiert mehrere gewaltige Gletscher, die direkt bis ans Wasser reichen.

Zu den bekanntesten gehören der Glaciar Holanda, Glaciar Italia, Glaciar Alemania, Glaciar Francia und Glaciar Romanche. Viele tragen europäische Namen. Ein Erbe früher Expeditionen, die diese eisige Landschaft kartierten.

Unser Schiff schlängelt sich langsam durch dieses beeindruckende Tal. Links und rechts ragen gewaltige Gletscherwände auf, blau schimmernd, majestätisch. Es ist ein Naturschauspiel, das man kaum beschreiben kann. Man muss es gesehen haben.

Am Ende des Tages bleibt vor allem eines: Staunen. Ein unglaublich schöner Tag auf See, voller Eindrücke, die sich tief ins Gedächtnis einbrennen werden. Manche Orte der Welt sind eben doch noch in der Lage, uns schlicht den Atem zu rauben.

 

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