Man nehme mehrere hundert Liter Freibier, einen Berg Brez’n, Weisswürste mit süssem Senf und eine philippinische Crew in Lederhosen und Karohemd. Fertig ist der bayerische Frühschoppen auf der MS Artania. Bayern, nur eben mit Palmen statt Alpen und bei knapp 30 Grad unter stahlblauem Himmel.
Punkt 11.00 Uhr geht’s los, und das Freibier fliesst in Strömen. Die Weisswürste und Brez’n verschwinden schneller, als man „O’zapft is!“ sagen kann. Die Stimmung ist ausgezeichnet und sie steigt weiter, obwohl man sich fragt, wie das überhaupt noch möglich sein soll. Zwischen Karibikbrise und Blasmusik wirkt das Ganze herrlich absurd: Lederhosen auf hoher See, während irgendwo im Hintergrund die Wellen rauschen.
Neben der zünftigen Gaudi verfolgt der Anlass auch einen schönen Zweck. Auf jeder Reise gestaltet einer der Künstler an Bord eine liebevoll gezeichnete Seekarte der gesamten Route. Wer dieses maritime Unikat ergattern möchte, kauft Lose.
Der Erlös kommt der Crew zugute, sei es für gemeinsame Ausflüge oder Anschaffungen. Dieses Mal kommen fast 3’000 Euro zusammen, wofür sich der Kapitän herzlich bedankt.
Die Verlosung übernimmt die jüngste Passagierin an Bord, gerade einmal elf Jahre alt. Unter Applaus zieht sie das entscheidende Los, und die glückliche Gewinnerin nimmt strahlend die Seekarte aus den Händen des Kapitäns entgegen.
Doch damit ist noch lange nicht Schluss: Die Show-Crew heizt die Stimmung weiter an, Schunkel- und Klatschlieder lassen das Deck beben. Für einen Moment fühlt man sich tatsächlich wie auf dem Oktoberfest in München. Es fehlt eigentlich nur noch eines: Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit!


