(D) Dresden. Militärhistorisches Museum der Bundeswehr 06.05.2012

06.05.2012 | Bunker

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Das Militärhistorische Museum befindet sich im ehemaligen Arsenal der Dresdner Albertstadt. Seine Sammlungstradition reicht bis zum 1559 gegründeten kursächsischen Hauptzeughaus zurück, in dem Waffen und Kriegstrophäen aufbewahrt wurden. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg entstand die Albertstadt als grosser Militärkomplex. Ihr 1876/77 fertiggestelltes Arsenalhauptgebäude beherbergt heute das Museum.

Im Mai 1897 wurde die dortige „Historische Waffen- und Modellsammlung“ erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich. Durch die Vereinigung mit weiteren Beständen entstand 1914 das Königlich Sächsische Armeemuseum. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es als Sächsisches Armeemuseum weitergeführt. Die Ausstellung präsentierte vor allem Waffen, Uniformen und militärische Technik, ohne Krieg und Gewalt grundsätzlich zu hinterfragen.

Während der NS-Zeit wurde das Museum der Wehrmacht unterstellt und 1942 in „Armeemuseum Dresden“ umbenannt. Das Gebäude überstand die Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945 weitgehend unbeschädigt. Nach Kriegsende liess die sowjetische Besatzungsmacht grosse Teile der Sammlung in die Sowjetunion abtransportieren. Das Arsenal diente anschliessend unter anderem als Stadthalle für Kunstausstellungen, Märkte und andere Veranstaltungen.

Im März 1972 eröffnete hier das Armeemuseum der DDR. Seine Ausstellung mit fast 6’000 Exponaten stellte die Militärgeschichte entsprechend dem marxistisch-leninistischen Geschichtsbild der DDR dar und betonte die Traditionen der Nationalen Volksarmee. Nach der deutschen Wiedervereinigung übernahm die Bundeswehr 1991 das inzwischen umbenannte Militärhistorische Museum. Seit 1994 ist es das Leitmuseum des Museums- und Sammlungsverbundes der Bundeswehr.

Zwischen 2004 und 2011 wurde das Haus vollständig umgestaltet. Der Architekt Daniel Libeskind setzte einen modernen, keilförmigen Baukörper in das historische Arsenal. Der Keil durchbricht die symmetrische Fassade und steht sinnbildlich für Brüche, Zerstörung und neue Perspektiven. Von seiner Aussichtsplattform öffnet sich der Blick auf Dresden und damit auch auf die Geschichte der Zerstörung und des Wiederaufbaus der Stadt.

Die Ausstellung folgt zwei Wegen: Im Altbau führt ein chronologischer Rundgang von der Zeit der Ritter über die Weltkriege bis zur Bundeswehr und zur Nationalen Volksarmee. Im Libeskind-Keil behandeln Themenräume epochenübergreifend das Verhältnis von Krieg, Politik, Technik, Gesellschaft, Erinnerung, Leiden und Zerstörung.

Dabei versteht sich das Museum ausdrücklich nicht als Ruhmeshalle des Militärs. Im Mittelpunkt stehen Menschen als Handelnde, Betroffene und Opfer militärischer Gewalt. Ein Beispiel ist die gemeinsame Präsentation einer deutschen V2-Rakete, der Zwangsarbeit im KZ Mittelbau-Dora und eines britischen Puppenhauses mit Luftschutzraum. Militärtechnik wird so nicht isoliert gezeigt, sondern mit ihren politischen und menschlichen Folgen verbunden.

Auf rund 10’000 Quadratmetern präsentiert das Museum knapp 10’000 Exponate. Seine Aufgabe besteht darin, Ursachen, Formen und Folgen von Krieg und Gewalt kritisch zu untersuchen und Militärgeschichte in ihren gesellschaftlichen Zusammenhang einzuordnen.

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