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Die Cap San Diego ist ein ehemaliger Stückgutfrachter der Reederei Hamburg Süd und heute eines der bedeutendsten Museumsschiffe Deutschlands. Sie liegt an der Überseebrücke im Hamburger Hafen und gilt als grsstes fahrtüchtiges Museumsfrachtschiff der Welt.
Das Schiff wurde 1961/62 bei der Deutschen Werft in Hamburg-Finkenwerder gebaut. Es war das letzte von sechs baugleichen Schiffen der sogenannten Cap-San-Klasse. Wegen ihrer eleganten Linien und ihres weissen Anstrichs erhielten diese Frachter den Beinamen „Weisse Schwäne des Südatlantiks“. Die äussere Gestaltung und die komfortablen Innenräume entwarf der Hamburger Architekt Cäsar Pinnau.
Nach ihrem Stapellauf am 15. Dezember 1961 begann die Cap San Diego am 30. März 1962 ihre erste Südamerikareise. Bis 1981 absolvierte sie 120 Rundreisen im Liniendienst zwischen Europa und der südamerikanischen Ostküste. Die Fahrten führten über Antwerpen und die Kanarischen Inseln nach Brasilien, Uruguay und Argentinien.
Auf der Fahrt nach Süden transportierte das Schiff vor allem Maschinen, Fahrzeuge sowie technische und chemische Produkte. Auf dem Rückweg kamen Rohkaffee, Kakao, Rindfleisch, Obst und Speiseöle nach Europa. Kühlräume und beheizbare Tanks ermöglichten den Transport sehr unterschiedlicher Güter. Bis zu zwölf Passagiere konnten die Reise in komfortablen Kabinen, mit Salon, Speisesaal und kleinem Schwimmbecken begleiten.
Die Cap San Diego ist 159,4 Meter lang und besitzt fünf grosse Ladeluken. Sie konnte rund 10.000 Tonnen Ladung aufnehmen. Ihr Neunzylinder-Zweitakt-Dieselmotor von MAN leistet 11’650 PS und ermöglichte früher eine Geschwindigkeit von mehr als 20 Knoten. Charakteristisch sind die drei Masten mit zahlreichen Ladebäumen, durch die das Schiff auch in Häfen ohne moderne Kräne be- und entladen werden konnte.
Mit der Einführung des Containers verloren klassische Stückgutfrachter rasch an Bedeutung. Das Be- und Entladen der Cap San Diego dauerte ungefähr eine Woche, während moderne Containerschiffe eine vergleichbare Ladungsmenge in wenigen Stunden umschlagen konnten. 1981 verkaufte Hamburg Süd das Schiff. Es fuhr anschliessend als San Diego und später als Sangria unter ausländischen Flaggen.
1986 drohte die Verschrottung in Asien. Die Stadt Hamburg kaufte das Schiff buchstäblich in letzter Minute und liess es in seine Heimatstadt zurückbringen. Seit 1988 wird es von der Stiftung Hamburger Admiralität getragen. Nach umfangreichen Reparaturen und Umbauten bezog die Cap San Diego 1990 ihren heutigen Liegeplatz. Seit 2003 steht sie unter Denkmalschutz.
Heute können nahezu alle Arbeits- und Lebensbereiche besichtigt werden: Kommandobrücke, Funkraum, Mannschaftsunterkünfte, Passagierkabinen, Laderäume, Werkstätten, Rudermaschine und der dreistöckige Maschinenraum. Eine haupt- und ehrenamtliche Besatzung hält das Schiff betriebsfähig. Mehrmals jährlich legt die Cap San Diego zu Gästefahrten auf der Elbe ab. Damit ist sie nicht nur ein Museum, sondern ein funktionierendes Denkmal der Hamburger Handelsschifffahrt vor dem Zeitalter des Containers.

