(D) Konzentrationslager Dachau. 03.04.2011

03.04.2011 | Bunker

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Das Konzentrationslager Dachau wurde am 22. März 1933 auf dem Gelände einer stillgelegten Pulver- und Munitionsfabrik nordwestlich von München eröffnet. Es war eines der ersten Konzentrationslager des NS-Regimes und bestand bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Dachau wurde zum Modell für das spätere nationalsozialistische KZ-System.

Zunächst inhaftierte die NS-Führung hauptsächlich politische Gegner: Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter. Lagerkommandant Theodor Eicke führte im Oktober 1933 eine Lagerordnung ein, die Misshandlungen, willkürliche Strafen und die uneingeschränkte Herrschaft der SS festschrieb. Nachdem Eicke 1934 zum Inspekteur der Konzentrationslager ernannt worden war, übertrug er das sogenannte „Dachauer Modell“ auf andere Lager. In Dachau wurden ausserdem SS-Wachmannschaften ausgebildet.

Später verschleppte das Regime immer weitere Verfolgtengruppen nach Dachau: Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Geistliche sowie Menschen, die als „asozial“ oder „kriminell“ stigmatisiert wurden. Nach den Novemberpogromen von 1938 kamen fast 11.000 jüdische Männer in das Lager. Während des Krieges stammte die Mehrheit der Gefangenen aus den von Deutschland besetzten Ländern.

Die Häftlinge mussten unter mörderischen Bedingungen Zwangsarbeit leisten. Ab 1943 entwickelte sich Dachau zur Sammel- und Verteilstelle für Arbeitskräfte in der Rüstungsindustrie. Zum Lagersystem gehörten schliesslich rund 140 Aussenlager und Aussenkommandos, unter anderem bei BMW, Messerschmitt und in den unterirdischen Rüstungsanlagen von Kaufering und Mühldorf.

Die SS ermordete Gefangene durch Erschiessungen, Hinrichtungen und gezielte Vernachlässigung. Auf dem nahe gelegenen Schießplatz Hebertshausen wurden 1941/42 mehr als 4.000 sowjetische Kriegsgefangene erschossen. Über 2.500 kranke und nicht mehr arbeitsfähige Häftlinge deportierte die SS zur Tötungsanstalt Schloss Hartheim, wo sie mit Giftgas ermordet wurden. SS-Ärzte führten zudem grausame medizinische Experimente durch.

In der 1942/43 errichteten „Baracke X“ befanden sich vier Krematoriumsöfen und eine als Duschraum getarnte Gaskammer. Sie war für Massentötungen konstruiert, wurde in Dachau jedoch nicht zur massenhaften Ermordung mit Giftgas eingesetzt. Nach einem Zeitzeugenbericht tötete die SS dort 1944 einzelne Gefangene. Der Krematoriumsbereich diente ausserdem als Hinrichtungsstätte.

Insgesamt waren im Stammlager und seinen Aussenlagern mehr als 200’000 Menschen aus über 40 Ländern inhaftiert. Mindestens 41’500 starben an Hunger, Krankheiten, Folter, Zwangsarbeit oder wurden ermordet. Mehr als ein Drittel der bekannten Todesfälle ereignete sich während der letzten sechs Kriegsmonate.

Ende April 1945 trieb die SS Tausende Gefangene auf Todesmärsche. Am 29. April befreiten Einheiten der US-Armee das Hauptlager. Nach dem Krieg nutzten die Amerikaner Teile des Geländes als Internierungslager für NSDAP- und SS-Angehörige; dort fanden auch die Dachauer Prozesse statt. Später entstand im früheren Häftlingslager eine Wohnsiedlung für Flüchtlinge und Vertriebene.

Auf Initiative ehemaliger Häftlinge wurde am 9. Mai 1965 die KZ-Gedenkstätte Dachau eröffnet. Erhaltene Gebäude, rekonstruierte Baracken, religiöse Gedenkorte und das Internationale Mahnmal erinnern heute an die Opfer und dokumentieren die Entwicklung des nationalsozialistischen Terrorsystems.

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