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Das Konzentrationslager Flossenbürg wurde im Mai 1938 von der SS nahe der tschechoslowakischen Grenze errichtet. Ausschlaggebend für die Standortwahl waren die grossen Granitvorkommen der Region. Die SS wollte die Arbeitskraft der Gefangenen wirtschaftlich ausbeuten und Baumaterial für die monumentalen Bauvorhaben des NS-Regimes gewinnen. Am 3. Mai 1938 trafen die ersten 100 Häftlinge aus dem KZ Dachau ein; Ende des Jahres waren bereits rund 1’500 Menschen inhaftiert.
Anfangs verschleppte die SS vor allem deutsche Männer nach Flossenbürg, die sie als „Kriminelle“ oder „Asoziale“ verfolgte. Bald folgten politische Gegner, später Menschen aus nahezu allen besetzten Ländern Europas. Zu den Häftlingen gehörten Polen, Tschechen, sowjetische Kriegsgefangene, Juden, Widerstandskämpfer, Homosexuelle und Zeugen Jehovas.
Tausende Gefangene mussten im Steinbruch der SS-eigenen Deutschen Erd- und Steinwerke arbeiten. Ohne ausreichende Kleidung und Sicherheitsvorkehrungen mussten sie Granit absprengen, schwere Steine tragen und Loren bewegen. Die Arbeitstage dauerten bis zu zwölf Stunden. Hunger, Krankheiten, Unfälle und die Gewalt der Wachmannschaften führten zum Tod zahlreicher Menschen.
Ab 1943 wurde das Lager verstärkt in die deutsche Rüstungsproduktion eingebunden. Auf dem Steinbruchgelände mussten Gefangene Teile für das Jagdflugzeug Messerschmitt Me 109 herstellen. Bei Kriegsende arbeiteten dort mehr als 5.000 Häftlinge für Messerschmitt. Gleichzeitig entstand ein Netz von annähernd 80 Aussenlagern in Bayern, Sachsen und Böhmen, in denen auch viele Frauen zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden.
Flossenbürg war zudem ein Ort gezielter Hinrichtungen und Mordaktionen. Die SS ermordete sowjetische Kriegsgefangene, kranke und arbeitsunfähige Häftlinge sowie Angehörige des europäischen Widerstands. Am 9. April 1945 wurden unter anderem der Theologe Dietrich Bonhoeffer, Admiral Wilhelm Canaris und General Hans Oster nach einem SS-Scheinverfahren hingerichtet.
Insgesamt waren im Hauptlager und seinen Aussenlagern etwa 100’000 Männer und Frauen aus mehr als 30 Ländern inhaftiert. Rund 30.000 Menschen starben durch Zwangsarbeit, Hunger, Krankheiten, Misshandlungen, Hinrichtungen oder während der Todesmärsche. Von vielen Opfern sind die Namen bis heute unbekannt; das digitale Totenbuch der Gedenkstätte verzeichnet inzwischen mehr als 21.000 Namen.
Im April 1945 räumte die SS das Lager und trieb Zehntausende Gefangene auf Todesmärsche Richtung Süden. Am 23. April erreichten amerikanische Soldaten Flossenbürg und fanden noch etwa 1’500 schwerkranke Häftlinge vor.
Bereits 1947 errichteten polnische Überlebende eine erste Gedenkanlage. Teile des ehemaligen Lagergeländes wurden später allerdings überbaut oder anderweitig genutzt. Seit den 1990er-Jahren erfolgte eine grundlegende Neugestaltung. Heute ist die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg ein internationaler Erinnerungs-, Forschungs- und Lernort.

