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Das Museum für historische Wehrtechnik befindet sich in Röthenbach an der Pegnitz bei Nürnberg. Anders als eine ehemalige Festung oder Kaserne ist es kein historischer Militärstandort, sondern eine nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene technische Sammlung. Träger ist ein gemeinnütziger Verein, der 1983 gegründet wurde. Im Juni 1984 eröffnete die erste Dauerausstellung auf einem vom Röthenbacher Halbzeugwerk der Diehl-Stiftung bereitgestellten Gelände. Seitdem wurde das Museum um zusätzliche Gebäude und ein Freigelände erweitert.
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der Militärtechnik vom späten 19. Jahrhundert bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die meisten Ausstellungsstücke stammen aus der Zeit der beiden Weltkriege. Gezeigt werden Handfeuerwaffen, Maschinenwaffen, Artillerie- und Munitionsarten, Flugzeug- und Panzerabwehrmittel sowie Teile der Rohr- und Raketenartillerie. Auf dem Aussengelände befinden sich unter anderem grössere Geschütze und militärische Geräte.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Munition und deren technischer Funktionsweise. Die Sammlung umfasst Geschosse und Granaten zahlreicher Kaliber, Zünder, Schnittmodelle und weitere Anschauungsstücke. Sie vermittelt, wie sich Reichweite, Sprengwirkung und Präzision im Verlauf des 20. Jahrhunderts entwickelten. Gleichzeitig zeigen diese Objekte die immer grössere Zerstörungskraft moderner Waffen.
Weitere Abteilungen behandeln Funk- und Fernmeldetechnik, militärische Optiken, Entfernungsmesser und Richtgeräte. Hinzu kommen Festungsausrüstung, Luftschutz- und Sanitätsmaterial, Geräte des chemischen Krieges sowie historische Rechenmaschinen. Dadurch verdeutlicht das Museum, wie Erkenntnisse aus Physik, Chemie, Mathematik, Medizin und Nachrichtentechnik für militärische Zwecke genutzt wurden.
Neben der Bewahrung und Restaurierung historischer Objekte beschäftigt sich der Verein mit militärtechnischer Forschung. Dazu gehören Untersuchungen zum Luftkrieg über Nordbayern, zu Flugzeugabstürzen, Munitionsfunden und früheren Befestigungsanlagen. Sonderausstellungen widmeten sich beispielsweise der Luftverteidigung Nürnbergs, den Rüstungsbetrieben der Region, militärischen Funkgeräten oder der Wiederverwendung von Kriegsmaterial nach 1945.
Das Museum ist vor allem technikgeschichtlich ausgerichtet. Es erklärt Konstruktion, Herstellung und Wirkungsweise der ausgestellten Geräte. Für die historische Einordnung ist jedoch wichtig, diese Technik stets im Zusammenhang mit Krieg, Diktatur, Zwangsarbeit und den Folgen für die Zivilbevölkerung zu betrachten. Die Stadt Röthenbach beschreibt die Sammlung als umfangreichen Bestand, der von Funktechnik und Handfeuerwaffen bis zu Artilleriegranaten grosser Kaliber reicht.

