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Das Internationale Maritime Museum Hamburg befindet sich im Kaispeicher B in der HafenCity. Anders als viele staatliche Schifffahrtsmuseen entstand es aus einer privaten Sammlung. Ihr Begründer war der Hamburger Journalist und langjährige Verlagsmanager Peter Tamm senior.
Den Ausgangspunkt bildete ein kleines Schiffsmodell, das Tamm 1934 als Sechsjähriger von seiner Mutter erhielt. In den folgenden Jahrzehnten sammelte er Schiffsmodelle, Gemälde, Seekarten, Konstruktionspläne, Fotografien, Uniformen, Waffen und nautische Instrumente. Aus der zunächst privaten Sammlung entstand ein umfangreiches Archiv zur internationalen Schifffahrts- und Marinegeschichte.
Im Dezember 2002 gründete Tamm die gemeinnützige Peter Tamm Sen. Stiftung, um Sammlung, Bibliothek und Archiv dauerhaft zu erhalten und öffentlich zugänglich zu machen. Nach dem Umbau des Kaispeichers wurde das Internationale Maritime Museum am 25. Juni 2008 eröffnet.
Der Kaispeicher B wurde 1878/79 als Silo- und Bodenspeicher errichtet. Der neugotische Backsteinbau ist Hamburgs ältestes erhaltenes Speichergebäude und damit selbst ein bedeutendes Zeugnis der Hafen- und Handelsgeschichte. Ursprünglich wurden hier Getreide und andere Importwaren gelagert. Beim Umbau zum Museum blieb die historische Konstruktion mit ihren massiven Holzbalken und Speicherböden weitgehend sichtbar.
Auf neun Ausstellungsdecks präsentiert das Museum rund 3’000 Jahre Seefahrtsgeschichte. Die Themen reichen von früher Navigation und Entdeckungsreisen über Segelschifffahrt, Schiffbau und Handel bis zu moderner Meeresforschung. Einen besonderen Schwerpunkt bilden rund 1.700 grössere Schiffsmodelle und etwa 55.000 Miniaturmodelle. Hinzu kommen historische Globen, Seekarten, Gemälde, Fotografien, Schiffspläne und nautische Geräte.
Auch die Marinegeschichte nimmt breiten Raum ein. Ein eigenes Deck behandelt die Marinen der Welt seit 1815. Gezeigt werden Modelle von Kriegsschiffen, Uniformen, Orden, Waffen und persönliche Erinnerungsstücke. Die Ausstellung dokumentiert die Entwicklung vom hölzernen Segelkriegsschiff über gepanzerte Schlachtschiffe und U-Boote bis zu modernen Flugzeugträgern. Damit vermittelt das Museum sowohl technische Entwicklungen als auch die internationale Bedeutung von Seemacht und Seekrieg.
Weitere Abteilungen beschäftigen sich mit Handelsschifffahrt, Passagierschiffen, Hafenwirtschaft, Schiffsladungen und dem Leben der Besatzungen. Die Kunstsammlung zeigt, wie Schiffe, Häfen und Seeschlachten in der Marinemalerei dargestellt wurden. In einer „Schatzkammer“ befinden sich Modelle aus Gold, Silber, Bernstein und Knochen.
Auf rund 12’000 Quadratmetern verbindet das Museum damit zivile Schifffahrts-, Handels-, Technik- und Marinegeschichte. Seine besondere Stärke liegt in der aussergewöhnlichen Fülle der Sammlung und in der Darstellung der internationalen Entwicklung von Schiffen und Seefahrt.

