(D) Hamburg. U-434 16.07.2011

16.07.2011 | Bunker

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Das Hamburger U-434 ist ein ehemaliges sowjetisches Jagd-U-Boot der Tango-Klasse. Seine ursprüngliche Bezeichnung lautete B-515; „434“ war seine am Turm angebrachte Bordnummer. Es handelt sich somit nicht um ein deutsches U-Boot, sondern um ein erhaltenes Kriegsschiff aus der Zeit des Kalten Krieges.

B-515 wurde 1975/76 auf der Werft Krasnoje Sormowo in Gorki – dem heutigen Nischni Nowgorod – gebaut. Nach einer Bauzeit von etwa acht Monaten lief es am 29. April 1976 vom Stapel und wurde Ende desselben Jahres in Dienst gestellt. Das Boot gehörte zur sowjetischen Nordflotte, deren wichtigste Stützpunkte im Raum Murmansk lagen.

Die Tango-Klasse, sowjetische Bezeichnung Projekt 641B „Som“, war eine Weiterentwicklung der Foxtrot-Klasse. Sie gehörte zu den grössten konventionell angetriebenen U-Boot-Typen ihrer Zeit. Ihre Aufgaben bestanden vor allem in Patrouillenfahrten, der Bekämpfung gegnerischer U-Boote und Überwasserschiffe sowie im Schutz sowjetischer Atom-U-Boote in der Barentssee. Über konkrete Einsätze von B-515 ist nur wenig gesichert bekannt.

Das rund 90 Meter lange Boot wurde diesel-elektrisch angetrieben. Aufgetaucht und in Schnorchelfahrt dienten drei Dieselmotoren als Antrieb und zum Laden der grossen Batterien. Unter Wasser übernahmen Elektromotoren den geräuschärmeren Betrieb. Ein zusätzlicher Schleichfahrtmotor ermöglichte besonders langsame und leise Bewegungen. Eine dicke Gummibeschichtung des Rumpfes sollte die Ortung durch gegnerisches Sonar erschweren.

Im Bug befanden sich sechs Torpedorohre mit einem Durchmesser von 533 Millimetern. Das U-Boot konnte bis zu 24 Torpedos oder alternativ Seeminen mitführen. Je nach Einsatz lebten und arbeiteten etwa 70 bis 80 Besatzungsmitglieder in den sieben engen Abteilungen. Viele Seeleute teilten sich ihre Schlafplätze im Schichtbetrieb; nur Offiziere verfügten über kleine Kabinen.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden die meisten Boote der Tango-Klasse schrittweise ausser Dienst gestellt. B-515 blieb zunächst bei der russischen Nordflotte und wurde 2002 verkauft. Vor der Übergabe entfernte man die Bewaffnung, Batterien, Schadstoffe und geheime militärische Ausrüstung. Ein Hochseeschlepper zog das Boot anschliessend über rund 3’700 Kilometer von Murmansk nach Hamburg.

Nach dem Umbau bei Blohm+Voss wurde es als Museumsschiff eröffnet. Zunächst lag das U-Boot im Baakenhafen; 2010 erfolgte der Umzug an den St. Pauli Fischmarkt. Für den Besuch wurden zusätzliche Ein- und Ausgänge in den Rumpf geschnitten. Deshalb ist das Boot zwar weiterhin schwimmfähig, kann aber nicht mehr tauchen oder aus eigener Kraft fahren.

Heute sind unter anderem Torpedoraum, Mannschaftsunterkünfte, Funk- und Sonaranlagen, Kommandozentrale sowie Diesel- und Elektromaschinenräume zugänglich. Das U-434 vermittelt damit einen unmittelbaren Eindruck von Technik, Enge und Alltag an Bord eines sowjetischen U-Boots während des Kalten Krieges.

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