(D) Oranienburg – Konzentrationslager Sachsenhausen 04.08.2013

04.08.2013 | Bunker

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Das Konzentrationslager Sachsenhausen wurde im Sommer 1936 in Oranienburg nördlich von Berlin errichtet. Häftlinge aus anderen Lagern mussten das Gelände aufbauen. Die SS plante Sachsenhausen als sogenanntes „Modell- und Schulungslager“: Seine Architektur sollte die vollständige Überwachung und Beherrschung der Gefangenen ermöglichen. SS-Wachmannschaften wurden hier ausgebildet. Ab 1938 befand sich in Oranienburg ausserdem die Inspektion der Konzentrationslager, die zentrale Verwaltungsbehörde des gesamten nationalsozialistischen KZ-Systems.

Zwischen 1936 und 1945 waren mehr als 200.000 Menschen in Sachsenhausen und seinen Aussenlagern inhaftiert. Dazu gehörten politische Gegner des NS-Regimes, Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, ausländische Zwangsarbeiter und alliierte Kriegsgefangene. Während des Zweiten Weltkriegs stammte die grosse Mehrheit der Gefangenen aus den von Deutschland besetzten Ländern.

Die Häftlinge wurden unter mörderischen Bedingungen zur Zwangsarbeit eingesetzt. Sie arbeiteten unter anderem im SS-eigenen Klinkerwerk, bei den Heinkel-Flugzeugwerken sowie für Unternehmen wie AEG und Siemens. Besonders berüchtigt war das „Schuhläuferkommando“: Gefangene mussten auf einer Teststrecke stundenlang unterschiedliche Schuhsohlen erproben, häufig mit schwerem Gepäck.

Zehntausende Menschen starben an Hunger, Krankheiten, Misshandlungen, medizinischen Experimenten und Zwangsarbeit oder wurden gezielt ermordet. Im Herbst 1941 tötete die SS mindestens 10.000 sowjetische Kriegsgefangene in einer eigens errichteten Genickschussanlage. In der später als „Station Z“ bezeichneten Vernichtungsanlage befanden sich ein Krematorium, eine Genickschussanlage und ab 1943 auch eine Gaskammer.

Am 21. April 1945 trieb die SS mehr als 30.000 Häftlinge auf Todesmärsche nach Nordwesten. Tausende starben unterwegs. Einen Tag später befreiten sowjetische und polnische Soldaten etwa 3.000 schwer kranke Gefangene, die im Lager zurückgelassen worden waren.

Nach Kriegsende nutzte die sowjetische Besatzungsmacht Teile des Geländes als Speziallager Nr. 7, später Nr. 1. Zwischen 1945 und 1950 wurden dort rund 60.000 Menschen festgehalten; etwa 12.000 starben an Hunger und Krankheiten. Dieses sowjetische Lager stellt ein eigenes Kapitel der Geschichte des Ortes dar und darf nicht mit dem nationalsozialistischen Konzentrationslager gleichgesetzt werden.

1961 eröffnete die DDR die Nationale Mahn- und Gedenkstätte Sachsenhausen. Seit 1993 wird das Gelände als Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen betreut. Erhaltene Gebäude, Fundamente, Rekonstruktionen und 13 dezentrale Ausstellungen erinnern heute an die Opfer, dokumentieren die Täterorganisation und behandeln auch die Geschichte des sowjetischen Speziallagers und der späteren Gedenkstätte.

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