(F) Le Barrage de Sarralbe 13.08.2020

13.08.2020 | Bunker

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Das Barrage de Sarralbe wurde zwischen 1932 und 1934 als Teil des französischen Verteidigungssystems in der „Saarlücke“ errichtet. Heute wird dieses System meist als Ligne Maginot aquatique bezeichnet. Anstelle grosser Festungswerke nutzte man hier Flüsse, Teiche, Kanäle und künstlich erzeugte Überschwemmungen als Hindernisse gegen deutsche Panzer und Infanterie.

Die unmittelbar am Kanalviadukt gelegene Anlage war das zweitgrösste Sperrwehr dieses Abschnitts. Sie bestand aus fünf Betonpfeilern und einem Blechschuppen, in dem starke Holzbalken lagerten. Im Verteidigungsfall wurden diese Balken in Führungsnuten zwischen den Pfeilern übereinandergeschoben. Dadurch wurde die Albe aufgestaut und das umliegende Wiesengelände überflutet. Das Wehr sollte bis zu etwa 3,5 Millionen Kubikmeter Wasser zurückhalten.

Auf beiden Seiten des Wehrs befanden sich kleine Blockhäuser. Deren Maschinengewehre sollten die Sperre schützen und Soldaten bekämpfen, die versuchten, die überflutete Zone mit Booten oder Behelfsbrücken zu überwinden. Das Wasserhindernis musste deshalb immer mit Stacheldraht, Infanteriestellungen und Feuer aus den Blockhäusern kombiniert werden.

Ab 1935 lag in Sarralbe das 1. Bataillon des 51e Régiment de Mitrailleurs d’Infanterie Coloniale. Bei Kriegsbeginn 1939 waren diese sogenannten Marsouins für die Verteidigung der Stadt und der Überschwemmungsanlagen verantwortlich. Am 14. Juni 1940 griff die deutsche 1. Armee während der Operation „Tiger“ den französischen Saarabschnitt an. Die überfluteten Flächen erschwerten den Vormarsch erheblich, während im Raum Sarralbe – besonders am Beobachtungsposten Knopp – schwere Kämpfe stattfanden. In der Nacht zum 15. Juni zogen sich die französischen Truppen aufgrund der allgemeinen militärischen Lage zurück.

Nach dem Krieg verlor das Wehr seine militärische Bedeutung. Der Blechaufbau wurde 2001 und die fünf Betonpfeiler im Oktober 2008 abgebrochen. Erhalten geblieben sind die beiden flankierenden Blockhäuser als Zeugnisse dieser ungewöhnlichen Verteidigungsanlage.

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