Der Tag auf See zeigt sich von seiner garstigen Seite: Nebel, Regen, Kälte – alles gleichzeitig und nichts, was man sich freiwillig bestellt. Die Aussichten auf New York passen ins Bild: trüb, maximal 8 Grad.
Und dann – zack, Stimmungsumschwung. Der Kapitän meldet sich und kündigt Grosses an: Am 27.04., punkt 06:30 Uhr, passieren wir die Freiheitsstatue. Einlaufen bei Sonne, 16 Grad, Bilderbuch. Wir schauen uns an, stellen wortlos die Wecker.
Frühmorgens stehen wir an Deck, Kameras griffbereit. Und tatsächlich: Volltreffer. Die Einfahrt nach New York ist plötzlich ein einziges Staunen. Freiheitsstatue, Brücken, Skyline; alles zieht gemächlich an uns vorbei. Die Skyline badet im Morgenlicht und liefert Postkartenmotive im Minutentakt.
Pier 88. Mitten in Manhattan. Näher dran geht kaum. Einsteigen, aussteigen, loslaufen; alles ist in Gehdistanz. Besser kann man New York kaum serviert bekommen.
Am Nachmittag klettern wir in einen Hop-on-Hop-off-Bus und lassen uns durch die Strassen treiben. Sonne im Gesicht, Grossstadtkino links und rechts. So darf sich eine Metropole gerne präsentieren.
Am Abend wartet ein bekanntes Steakhouse. Die Portionen sind eher Kategorie „Herausforderung“. Wir geben unser Bestes und kapitulieren dann doch stilvoll. Der Spaziergang zum Times Square wird zur Pflichtübung.
Dort pulsiert es: Menschenmassen, flimmernde Reklamen, Daueraction. Faszinierend, leicht überdreht und irgendwo zwischen „wow“ und „ernsthaft jetzt?“.
Zurück auf dem Schiff: Ruhe. Keine grellen Lichter, kein Gedränge. Nur ein Bier in der Hand und Stille im Kopf. Und plötzlich ist genau das der grösste Luxus.


